Klose und Metzelder pausieren weiter
Kahn nervt Chef-Debatte

Zwei Tage nach dem verpassten vorzeitigen Einzug ins WM-Achtelfinale hat die deutsche Nationalmannschaft die Vorbereitung auf das "Endspiel" gegen Kamerun in Angriff genommen.

dpa MIYAZAKI. Zum Auftakt verbreitete am Freitag Rudi Völlers "Spion" beim mühsamen 1:0-Sieg des Afrika-Meisters gegen Saudi-Arabien große Zuversicht im DFB-Quartier in Miyazaki. "Wir treffen auf einen sehr starken Gegner, den wir aber aus dem Turnier herauskegeln müssen. Es kann nur eine Mannschaft aus der Partie Deutschland gegen Kamerun ins Achtelfinale kommen, und das wird Deutschland sein", sagte Bundestrainer Michael Skibbe nach seiner Rückkehr von der Spielbeobachtung am Tag zuvor in Saitama.

Die deutsche Mannschaft geht mit vier Zählern als Tabellenführer der Gruppe E vor den punktgleichen Kamerunern, Irland (2) und dem bereits ausgeschiedenen Team von Saudi-Arabien (0) in den letzten Spieltag am kommenden Dienstag. Auf Grund der besseren Tordifferenz genügt Deutschland bereits ein Punkt gegen die von Winfried Schäfer trainierten Afrikaner für das Achtelfinale.

Etwas vorsichtiger als Skibbe argumentierte Kapitän Oliver Kahn, der für die DFB-Auswahl eine ähnliche Drucksituation erwartet, wie sie vor der WM-Relegation gegen die Ukraine im vergangenen November geherrscht hatte. Im Falle eines Erfolges könnte eine solche Nervenprobe allerdings sehr positiv für den weiteren Turnierverlauf sein. "Das Spiel ist erneut ein Schlüssel für das Turnier. Wenn wir weiterkommen, haben wir schon eine Drucksituation überstanden", kommentierte der Torhüter.

Torjäger Miroslav Klose und Abwehrspieler Christoph Metzelder mussten nach ihren Blessuren aus dem Irland-Spiel auch am Freitag weiterhin mit dem Mannschaftstraining aussetzen. Skibbe sieht den Einsatz des Duos gegen Kamerun aber als nicht gefährdet an: "Beide stehen für das Spiel gegen Kamerun zur Verfügung", erklärte der Bundestrainer. Der vierfache WM-Torschütze Klose hatte sich am vergangenen Mittwoch in Ibaraki beim 1:1 gegen Irland eine Prellung am rechten Knie zugezogen und wird intensiv behandelt. Der 21-jährige Metzelder laboriert an einer Sprunggelenk-Verletzung am rechten Fuß.

Kapitän Kahn wehrte sich am Freitag gegen die von Franz Beckenbauer nach dem Irland-Spiel eröffnete Debatte um einen fehlenden Chef im deutschen Mittelfeld. "Wem sollte die Diskussion helfen?", wiegelte der 32-Jährige das Thema ab. Die Problematik ist dem Torwart allerdings durchaus bewusst: "Wenn man in diesem Bereich das eine oder andere Problem hat, muss man das über das Kollektiv auffangen", räumte er ein.

Aus dem Betreuerstab wurden unterdessen Zweifel an der körperlichen Fitness der deutschen Elf energisch bestritten. "Die deutsche Mannschaft ist fit. Ich finde das weit überzogen, was da diskutiert wird", erklärte Teamarzt Tim Meyer der dpa. Der Internist bezeichnete die Diskussion über das konditionelle Nachlassen der deutschen Mannschaft gegen Irland als "hochgeredetes Problem". Auch Bundestrainer Skibbe wies ein Kraftproblem der DFB-Auswahl zurück: "Ich befürchte nicht, dass wir gegen Kamerun körperliche Defizite haben werden."

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