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Klosterkemper will nicht DTB-Chef werden

Düsseldorf/Hamburg (dpa) - Nach dem angekündigten Abschied von Präsident Georg von Waldenfels muss sich der Deutsche Tennis Bund (DTB) auf eine turbulente Chef-Suche einstellen.

Top-Kandidat Horst Klosterkämpfer, der seit Anfang des Jahres Europa-Direktor der Profi- Vereinigung ATP ist, lehnte eine mögliche Nachfolge der DTB-Präsidentschaft im Herbst 2005 ab und verlangte tief greifende Veränderungen im Verband. Rainer Schüttlers Trainer Dirk Hordorff forderte sogar den sofortigen Rücktritt der DTB-Führung.

Der frühere Wirtschaftsdozent und Ex-DTB-Sportwart Hordorff kritisierte in scharfer Form die schlechte Außendarstellung des größten Tennis-Verbandes der Welt beim Hamburger Masters-Turnier. «Wenn sich die DTB-Führung nicht in der Lage fühlt, eine der wesentlichen Aufgaben des Verbandes zu erfüllen, dann sollte sie sagen: Wir lassen es sein! Und das schnellstens, zum Wohle des deutschen Tennis», sagte er dem «Hamburger Abendblatt».

«Ich habe immer gesagt, dass das etwas ist, was nicht in meiner Planung ist. So lange nicht die Struktur verändert ist, sehe ich mich nicht in der Lage, etwas zu verändern», begründete Klosterkemper sein Desinteresse. «Es ist nicht damit getan, dass nur der Präsident hauptamtlich ist.» Der frühere Chef der Düsseldorfer Messe verlangte vom künftigen DTB-Chef: «Die Aufgabe erfordert einen Profi. Das kann man nicht mit der linken Hand machen, dazu ist der Verband viel zu groß und zu wichtig.»

Hoffnung auf sinkende Preisgelder machte er den Verantwortlichen des finanziell gebeutelten Turniers am Rothenbaum nicht. Die Spieler hätten kein Intereresse daran, dass ihre Gehälter gekürzt würden. Zudem könne nicht für einige der neun Masters-Turniere wie Hamburg und Rom ein geringeres Preisgeld ausgelobt werden. Ausgeschüttet werden pro Turnier derzeit mehr als 2,4 Millionen Euro.

«Die Frage für Hamburg ist, ob man in dieser Kategorie bleiben will», sagte Klosterkemper. Er stellte aber auch klar, dass dort nicht das Preisgeld gesenkt werden sollte, um wie anderswo üblich aus den verbleibenden Mitteln hohe Antrittsgagen für einige Stars zahlen zu können. «Das ist eine Mogelpackung», sagte Klosterkemper.

Nach den German Open der Damen in Berlin hatte auch das Hamburger Turnier einen hohen Verlust von 600 000 Euro verzeichnet. DTB-Chef von Waldenfels hatte deshalb eine Million Euro Hilfe vom Hamburger Senat erbeten. Der Berliner Senat hatte in diesem Jahr mit einer Ausfallbürgschaft ausgeholfen, will dies aber nicht erneut tun.

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