Klubs wollen anderen TV-Partner
Eishockey-Liga wartet auf fällige Kirch-Rate

Während die Fußballer ruhig bleiben, kommt im Eishockey Nervosität in Sachen Fernsehgelder aus.

DÜSSELDORF. Das Handelsblatt erfuhr von mehreren Klubs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), sie seien von der Liga informiert worden, dass die seit dem 1. März fällige Rate des TV-Geldes noch nicht auf dem DEL-Konto eingetroffen sei und Taurus auch keinen Termin für die Überweisung nennen könne.

Kirch-Sprecher Hartmut Schultz bestätigt den Zahlungsverzug, "das Geld ist aber angewiesen". Nur wenige Stunden später informierte Taurus darüber dann auch die DEL, wie die Liga bestätigte. Man rechne nun in Kürze mit dem Eintreffen des Geldes.

Der Vier-Jahres-Vertrag ist mit 4,09 Millionen Euro jährlich dotiert, 1,79 Millionen davon wären jetzt fällig gewesen. Davon hätte die verbandsunabhängige DEL 560 000 Euro an Lizenzgebühren an den Deutschen Eishockey-Bund DEB abführen müssen. Für die Klubs scheint der Zahlungsverzug derzeit noch keine Schwierigkeit darzustellen. "Alles eine Frage der Zwischenfinanzierung", heißt es beispielsweise bei den Schwenninger Wild Wings, einem der Etat-Zwerge mit bekannt guter Nachwuchsarbeit. Unmittelbar werde das fehlende Geld keine Probleme bereiten. Auch die wirtschaftlich schon angeschlagenen Berlin Capitals sagen: "Das bringt uns nicht in zusätzliche Schwierigkeiten."

Ohnehin wünschen sich die meisten Klubs einen anderen TV-Partner. Die mangelnde Präsenz im frei empfangbaren Fernsehen sei bei der Sponsorensuche hinderlich. Ob aber ein Vertrag mit den öffentlich-rechtlichen Sendern die Lösung ist, erscheint fraglich. So klagen die Wild Wings über den "fußball-hörigen" SWR, der in seinem dritten Programm Eishockey fast völlig außen vor lasse.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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