Knapp 20 Prozent Anteil
Northrop steigt bei HDW ein

Der US-Rüstungskonzern Northrop Grumman wird sich mit knapp 20 % an der Howaldtswerke Deutsche Werft AG (HDW) beteiligen. Dies erfuhr das Handelsblatt aus gut informierten Kreisen.

HB DÜSSELDORF. Verkäufer der Anteile ist die Babcock-Borsig AG, die derzeit noch 25 % plus eine Aktie an der Kieler Werft besitzt. Der Verkauf soll dem Vernehmen nach schon am heutigen Dienstag besiegelt werden. Der Einstieg von Northrop ist den Angaben zufolge von Klaus Lederer, der gleichzeitig Vorstandschef von Babcock-Borsig und HDW ist, seit langem vorbereitet worden. Er will damit HDW den Zugang zum amerikanischen Rüstungsmarkt zu ermöglichen.

Die Amerikaner haben vor allem deshalb Interesse an HDW, weil die Kieler Werft mit einem Anteil von 70 % Weltmarktführer bei konventionellen, also nicht mit Atomkraft angetriebenen, U-Booten ist. In den USA werden nur noch nukleargetriebene U-Boote hergestellt. Zu Northrop Grumman gehört die Marinewerft Ingalls, die das letzte konventionelle amerikanische U-Boot gebaut hat.

Der Griff der US-Rüstungsindustrie nach HDW wird damit früher als erwartet konkret. Bisher hatte sich die Diskussion um den US-Finanzinvestor One Equity Partners (OEP) gedreht, der 75 % minus einer Aktie an HDW erwerben will. Anfangs als reiner Finanzinvestor bezeichnet, wurden schon bald Verbindungen zu US-Rüstungskonzernen bekannt. Babcock hat sich nach eigenen Angaben für das Vorgehen bei HDW die Rückendeckung des Kanzleramtes eingeholt. Bundeskanzler Gerhard Schröder bestritt allerdings am Dienstag solche Gespräche.

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