Knapp eine Milliarde Euro nicht ausgeschlossen
DZ Bank sieht gesteigerten Vorsorgebedarf

Die DZ Bank AG rechnet nach Angaben aus Unternehmenskreisen in diesem Jahr wegen einer Reihe unerwarteter Insolvenzen und Unternehmensschieflagen mit einer Risikovorsorge von gut 800 Millionen Euro.

Reuters FRANKFURT/M. "Die Bank kalkuliert derzeit mit einer Risikovorsorge von gut 800 Millionen Euro für 2002 und schließt sogar einen Wert von knapp einer Milliarde Euro nicht mehr aus", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus den Kreisen.

Ihre offizielle Kalkulation wird die Bank erst in den nächsten Wochen nennen. Vor allem die bislang bekannten Insolvenzen etwa der KirchMedia und von Philipp Holzmann würden den Vorsorgebedarf steigen lassen, hieß es. Die DZ Bank wollte dies am Donnerstag nicht kommentieren.

Erfahrungsgemäß häuften sich die Unternehmenszusammenbrüche im dritten und vierten Quartal, so dass keine deutliche Besserung zu erwarten sei. "In der jetzigen Situation muss man die Kredite einfach aussitzen, denn am Markt sind sie momentan nicht auszuplatzieren," hieß es in den Kreisen. Das genossenschaftliche Spitzeninstitut hatte im ersten Quartal knapp 60 Millionen Euro in die Risikovorsorge eingestellt und für den ungünstigsten Fall einen Gesamtwert von gut 700 Millionen Euro für die AG angekündigt. Das Engagement der DZ Bank bei der insolventen KirchMedia beläuft sich auf rund 400 Millionen Euro und beim Frankfurter Traditionsunternehmen Holzmann auf gut 60 Millionen Euro.

Die Bank wird voraussichtlich am Freitag Zahlen zum zweiten Quartal bekannt geben, ohne dabei aber im Detail auf die Risikovorsorge einzugehen. Auf der Ertragsseite dürften Zins- und Provisionsüberschuss unter der allgemeinen Marktschwäche gelitten haben, hieß es in den Kreisen. "Beim erneut rückläufigen Verwaltungsaufwand zeigt sich hingegen, dass die Bank die Kosten im Griff hat."

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