Knappe Führung für Bush
Florida entscheidet über Ausgang der US-Präsidentenwahl

Die Entscheidung bei der Präsidentenwahl in den USA fällt in Florida. Dort lag der Republikaner George W.Bush bei Auszählung von 95 % der Stimmen denkbar knapp in Führung.

ap WASHINGTON. Bei einem Sieg würde er sich die für den Einzug ins Weiße Haus erforderliche Anzahl von mindestens 270 Wahlmännerstimmen sichern. Keine großen Änderungen gab es nach vorläufigen Ergebnissen bei der zeitgleichen Kongresswahl vom Dienstag, so dass die Republikaner ihre Mehrheit in beiden Parlamentskammern vermutlich behaupten.

Nach der Entscheidung in 45 der 50 US-Staaten sowie dem Bezirk der Hauptstadt Washington lag Bush mit 246 Wahlmännerstimmen in Führung. Gore hatte sich zu diesem Zeitpunkt 236 Wahlmännerstimmen gesichert. Acht Stunden nach Schließung der ersten Wahllokale an der Ostküste dauerte die Auszählung in Oregon, Wisconsin, New Mexico und Iowa ebenso wie in Florida noch an.

Zu den wichtigsten Einzelergebnissen Gores gehörten Siege in Michigan, Kalifornien und Pennsylvania. Gouverneur Bush gewann unter anderem in Gores Heimatstaat Tennessee, in Ohio sowie in seinem eigenen Staat Texas. Nach Auszählung von 82 % aller Stimmbezirke entfielen 49 % auf Bush und 48 % auf Gore. Der Kandidat der Grünen, Verbraucheranwalt Ralph Nader, kam auf etwa zwei Prozent, was in einigen Staaten vermutlich vor allem dem Liberalen Gore geschadet hat.

Demokraten gewinnen drei Sitze im Senat hinzu

Bei den gleichzeitig stattgefundenen Kongresswahlen konnten die Demokraten offenbar weder im Repräsentantenhaus noch bei der Neuwahl von 34 der 100 Mandate im Senat die Mehrheit der Republikaner gefährden. Nach Hochrechnungen während der Wahlnacht können die Republikaner mit 224 Sitzen im Repräsentantenhaus rechnen, während die Demokraten vermutlich auf 209 Sitze kommen. Zwei Mandate entfallen demnach auf unabhängige Kandidaten. Damit bliebe die bisherige Mehrheit der Republikaner von 222 zu 209 Sitzen praktisch unverändert.

Im Senat können die Demokraten vermutlich drei Sitze hinzugewinnen - die seit sechs Jahren bestehende Dominanz der Republikaner damit aber nicht gefährden. Im bisherigen Senat gibt es 54 republikanische und 46 demokratische Abgeordnete; künftig wird das Verhältnis voraussichtlich bei 51 zu 49 liegen.

Bei der Senatswahl jubelten die Demokraten vor allem über den Sieg von Hillary Clinton in New York, die als erste Frau eines US-Präsidenten eine eigene politische Laufbahn im Kongress startet. Die "First Lady" schlug nach vorläufigen Ergebnissen den republikanischen Kandidaten Rick Lazio mit deutlicher Mehrheit. Der Entscheidung ging der längste und teuerste Wahlkampf in der Geschichte von New York voraus.

Die Wahlbeteiligung war nach ersten Berichten in allen US-Staaten etwas höher als erwartet - vor vier Jahren hatten nur 49 % der Bürger von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht; dies war die niedrigste Beteiligung seit 1924. Wahlberechtigt waren rund 206 Mill. Amerikaner. Der neue Präsident tritt sein Amt am 20. Januar an.

Einige Links zur amerikanischen Präsidentschaftswahl

Noch mehr Informationen, Analysen über den möglichen Wahlausgang und Gegenüberstellungen der beiden Kandidaten finden Sie unter
www.voter.com: Umfrageergebnisse und erste Hochrechnungen
www.georgebush.com: Offizielle Homepage von George Bush
www.algore.com: Offizielle Homepage von Al Gore
www.clerkweb.house.gov: Informationen über 100 Jahre Präsidentschaftswahlen in den USA
www.usinfo.state.gov: Amtliche Analysen und Berichte des amerikanischen Außenministeriums

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%