Knapper Etat zwingt zum Outsourcing
Bundeswehr lagert nur im Inland aus

Die Bundeswehr hinkt bei den Bemühungen, sich auf "Kernaufgaben" zu konzentrieren und alles andere privaten Firmen zu überlassen, erheblich hinter den USA und Großbritannien hinterher.

ink BERLIN. Grundsätzlich hat sich allerdings auch Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) das Thema Outsourcing auf die Fahnen geschrieben, das sein Vorgänger Rudolf Scharping angestoßen hatte. Hintergrund ist die Hoffnung, über eine stärkere Zusammenarbeit mit Privatfirmen Dienstleistungen billiger zu erhalten, um damit den knappen Rüstungsetat zu entlasten. So verspricht sich das Verteidigungsministerium in den kommenden Jahren Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe - genaue Zahlen werden allerdings selten genannt. Der Schwerpunkt aller Outsourcing-Bemühungen liegt zur Zeit klar im Inland.

Doch die Bilanz fällt auch hier gemischt aus: Erfolgreich sind einige Projekte, wie etwa die Gründung einer halb privaten Fuhrpark-Gesellschaft der Bundeswehr oder die Bekleidungsgesellschaft. Etliche andere Vorhaben, auch die Vermarktung der Bundeswehr-Immobilien, sind dagegen gescheitert. Noch verhandelt wird dagegen mit der Wirtschaft über Gemeinschaftsprojekte etwa bei der IT-Ausstattung der Bundeswehr und der Heeres-Instandsetzung. Zudem gibt es Pilotprojekte etwa im Bereich der privaten Kantinen-Versorgung in Kasernen. Bevor man sich jedoch an mögliche Alternativen für die Feldküchen wagen wird, dürften noch Jahre vergehen - während die Briten etwa ihre Soldaten in Afghanistan schon von einem "Catering-Service" versorgen lassen.

Bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr beschränkt sich die Zusammenarbeit mit privaten Firmen auf wenige Felder. Dazu gehört etwa das Anmieten von Antonov-Transportflugzeugen, um die in Afghanistan eingesetzten deutschen Soldaten zu versorgen. Auch werden in einigen Einsatzländern Lebensmittel vor Ort beschafft und lokale Firmen mit Instandsetzungsarbeiten für Fahrzeuge, Wäschepflege oder mit der Entsorgung der Abfälle beauftragt.

Weitere Beispiele für die stärkere Nutzung privaten Know-hows gibt es auch bei Baumaßnahmen. So wickelt teilweise die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) den Bau von Unterkünften für die Bundeswehr ab. Im Feldlager Prizren im Kosovo wird zudem die zentrale Stromversorgung durch eine private Firma gewartet. Als Hemmnis für ein breites Auslagern an Private wird das öffentliche Vergabeverfahren angesehen. Viele Aufträge, so argumentiert das Verteidigungsministerium, erforderten eine europaweite Ausschreibung. In vielen Fällen bedeute dies, dass das Verfahren länger als 6 Monate dauere. Die Bundeswehr müsse aber oft in kürzester Zeit ihr Material verlegen.

Quelle: Handelsblatt online 21.04.2004

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