Knappes Ergebnis erwartet
Parlamentswahl in Albanien von Gewalt begleitet

Trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen ist es am Sonntag bei der Parlamentswahl in Albanien zu gewalttätigen Zwischenfällen gekommen. Ein Wähler und ein Wahlhelfer wurden bei einer Schießerei in einem Wahllokal am Rande von Tirana verletzt, wie ein Vertreter der Wahlbehörde mitteilte. In der Stadt Shllak im Norden des Landes überfiel eine Gruppe Bewaffneter ein Wahllokal und steckte Wahlzettel in Brand.

afp TIRANA. Die Wahlkommission bezeichnete die Lage als "kritisch". Es wurde eine knappe Entscheidung zwischen der regierenden Sozialistischen Partei und der Demokratischen Partei des ehemaligen Präsidenten Sali Berisha erwartet. Die Wahl wird von internationalen Organisationen als Test für die junge Demokratie in Albanien gewertet. Zum Schutz vor gewalttätigen Übergriffen bewachen seit Mittwoch Soldaten Ministerien und staatliche Einrichtungen.

Zu der Schießerei nahe Tirana sei es gekommen, als Anhänger verschiedener Parteien in Streit gerieten, teilte die Wahlbehörde weiter mit. Bei dem Schützen handelt es sich Berichten zufolge um einen Leibwächter eines sozialistischen Abgeordneten. Nach dem ersten Zwischenfall in Shllak leiteten Wahlkommisson und Polizei Ermittlungen ein. Shllak ist eine Hochburg von Oppositionsführer Berisha. Auch im Wahlkreis Lushnja im Zentrum des Landes wurde die Wahl gestört. Bis zum späten Vormittag hatte die Abstimmung dort noch nicht begonnen. Die Wahlbeteiligung lag landesweit bis zum Mittag bei 22 Prozent, wie der private TV-Sender Tele Koha meldete.

Am Samstag hatte Berisha der Sozialistischen Partei vorgeworfen, die Abstimmung sabotieren zu wollen. In zwölf Wahlkreisen seien Vorsitzenden der Wahlkommissionen aus seiner Partei die nötigen Unterlagen nicht ausgehändigt worden. Bei seiner Stimmabgabe rief Berisha die Albaner auf, gegen "das korrupteste Regime und die Herrschaft der organisierten Kriminalität" zu stimmen. "Heute ist der Tag des neuen europäischen Albaniens", sagte Regierungschef Ilir Meta und versprach eine "gerechte und ehrliche" Wahl.

Bereits seit zwei Wochen begleiten internationale Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Vorbereitungen zu der Stimmabgabe, um ein Abgleiten in die Gewalt wie 1997 zu verhindern. Insgesamt stellten sich 1114 Kandidaten von 38 Parteien im ärmsten Land Europas zur Wahl.

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