Knesset eröffnet
Barak beklagt "Weg der Gewalt" der Palästinenser

dpa JERUSALEM. Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak hat am Montag zu Beginn der neuen parlamentarischen Sitzungsperiode den Palästinensern vorgeworfen, den "Weg der Gewalt" gewählt zu haben. Begleitet von wütenden Zwischenrufen arabischer Parlamentarier sagte Barak in der Knesset in Jerusalem, seine Regierung habe bei den Verhandlungen mit den Palästinensern "jeden Stein auf der Suche nach Frieden umgedreht". Palästinenser hätten jedoch den Weg der Gewalt gewählt und seien offenbar gegenwärtig kein Partner für den Frieden. Israel sei zu "herzzerreißenden" Konzessionen an die Palästinenser bereit gewesen, aber nicht zu einem "Kapitulations-Frieden".

Bei dem gescheiterten Gipfeltreffen von Camp David im Juli habe sich gezeigt, dass die Palästinenser nicht zum Kompromiss bereit seien. "Die Palästinenser haben unsere ausgestreckte Hand zurückgewiesen", sagte der Regierungschef. Er wandte sich während seiner Ansprache direkt an Palästinenser-Präsident Jassir Arafat: "Mit Gewalt werden Sie nichts erreichen. Verhandlungen führt man am Tisch, nicht auf der Straße und nicht mit Schüssen und Steinen. Es wird keine Belohnung für die Gewalt geben."

Vermittlungsgespräch nicht ausgeschlossen

Barak warnte, die Zeit für einen Friedensschluss laufe aus. "Das Fenster für eine Gelegenheit zum Frieden schließt sich langsam", sagte er. Dennoch äußerte sich Barak zuversichtlich, dass beide Seiten in Zukunft Frieden schließen werden. Wenn US-Präsident Bill Clinton ihn zu Vermittlungsgesprächen einlade, werde er kommen. "Wir werden nie aufhören, an die Möglichkeit von Frieden und Sicherheit für Israel zu glauben."

Aufgebrachte arabische Parlamentarier unterbrachen seine Rede immer wieder mit Zwischenrufen und hielten Bilder der 13 zu Beginn der Unruhen getöteten israelischen Araber in die Höhe. Eine von den Abgeordneten beantragte Gedenkminute an die Getöteten fand nicht statt.

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