Knie zu locker für Wettkämpfe
Hilde Gerg für sechs Monate außer Gefecht

Skirennläuferin Hilde Gerg muss zum zweiten Mal in ihrer Karriere den langen Weg von einer schweren Operation zurück in die Weltspitze bewältigen. Eine Woche nach dem Beschluss, ihre Laufbahn im alpinen Weltcup eventuell sogar bis 2006 fortsetzen zu wollen, unterzog sich die 27-Jährige einer Operation an ihrem gerissenen Kreuzband.

HB/dpa MÜNCHEN. Die Arthroskopie im linken Knie wurde am Donnerstag in Gräfelfing bei München durchgeführt und sei positiv verlaufen, gab der Deutsche Skiverband (DSV) bekannt.

"Das Knie war zu locker, um in letzter Konsequenz Wettkämpfe bestreiten zu können", sagte Gerg nach dem einstündigen Eingriff. Die Lenggrieserin könne bei günstigem Heilungs-Verlauf in etwa sechs Monaten wieder mit dem Ski fahren beginnen, erklärte Operateur Erich Rembeck. Es ist Gergs zweite lange Zwangspause nach dem Schien- und Wadenbeinbruch vor drei Jahren.

Hilde Gerg hatte nach ihrem Kreuzbandriss Anfang Dezember bereits zwei Wochen später ein Blitz-Comeback im Weltcup gefeiert. Das Knie hielt durch stark ausgeprägte Muskeln. Bei der Weltmeisterschaft im Februar in St. Moritz blieb sie als Mitfavoritin jedoch ohne Medaille. Nach einer Kernspintomographie fiel nun in Absprache mit Mannschaftsarzt Ernst-Otto Münch die Entscheidung zur Operation. "Die Untersuchung bestätigte mein Gefühl aus den letzten Rennen", erklärte Gerg am Donnerstag.

In Innsbruck hatte die Slalom-Olympiasiegerin von 1998 am vergangenen Samstag zwar Platz drei in der Abfahrt belegt, jedoch auch über einen gleich bleibenden Abstand zur Spitzenposition geklagt. "Immer diese halbe Sekunde, ich komme einfach nicht näher. Ich denke noch zu sehr ans Knie, das ist auch eine Kopfsache", erklärte sie.

"Ich bin froh, dass sie die Operation gemacht hat, es war die einzig richtige Entscheidung. Ich hatte immer Zweifel, dass es ohne Operation geht", sagte Damen-Cheftrainer Wolfgang Maier der dpa. Dass seine einzige Siegfahrerin im Speed-Bereich trotz fehlender Sommer- Vorbereitung auf den Gletschern nur mit eingeschränktem Konditions- Training den Anschluss nicht verliert, daran hat der 42-Jährige kaum Zweifel. "Wenn sie es vielleicht bis August schafft, kann man sie aufbauen. Im übrigen ist Hilde keine 15-Jährige mehr, sie weiß, was zu tun ist."

Als Ersatz für das gerissene Kreuzband wurde der Kniekehle ein Teil der Semitendinosus-Sehne entnommen. Hilde Gerg wird für etwa fünf Tage in der Gräfelfinger Klinik bleiben, ehe sie eine mehrmonatige Rehabilitation in Traunreuth beginnen wird.

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