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Koalitionsdebatte: Union will Verhältnis zu Grünen klären

Berlin (dpa) - Alarmiert von den jüngsten Wahlerfolgen der Grünen wollen Unions-Spitzenpolitiker die Strategie von CDU und CSU gegenüber der Öko-Partei nun grundsätzlich klären.

Berlin (dpa) - Alarmiert von den jüngsten Wahlerfolgen der Grünen wollen Unions-Spitzenpolitiker die Strategie von CDU und CSU gegenüber der Öko-Partei nun grundsätzlich klären.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Volker Kauder (CDU), verlangte am Dienstag in Berlin, darüber im Laufe des Jahres auch in der Bundestagsfraktion zu diskutieren. Entsprechende Stimmen waren nach dpa-Informationen am Montag auch im Fraktionsvorstand unter Leitung von CDU-Chefin Angela Merkel und im CSU-Vorstand in München laut geworden.

Kauder sagte, dabei gehe es für ihn aber nicht darum, die Grünen «als Koalitionspartner zu bekommen». Die Union müsse hingegen überlegen, wie sie die Grünen herausfordern könne. Es gehe auch darum zu analysieren, warum die Grünen unter anderem in den Städten immer neue Wählerschichten ansprechen können.

Die Grünen hatten bei der Europawahl am Sonntag in einigen Städten die SPD von Platz zwei verdrängt, in anderen fast zu ihr aufgeschlossen. In Berlin wurden sie beispielsweise mit 22,7 Prozent zweitstärkste Partei hinter der CDU, aber vor SPD und PDS. In Freiburg kamen sie sogar auf Platz eins.

Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, betrachtet im Gegensatz zu Kauder die Grünen bereits jetzt als möglichen Koalitionspartner der Union. «Schwarz-Grün ist zu einer realistischen Option geworden», sagte er der dpa am Dienstag. «Die Union wäre gut beraten, sich nicht dauerhaft in Abhängigkeit zu einer schwächelnden FDP zu begeben.» Auch CSU-Landesgruppenchef Michael Glos sah in der N24-Sendung «Was erlauben Strunz» auf längere Sicht Chancen für Koalitionen von Union und Grünen auf Landesebene.

Im CSU-Vorstand plädierte auch die bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier am Montag dafür, sich mit den Grünen stärker auseinander zu setzen. Auch in Bayern hatten die Grünen kräftig hinzugewonnen. Sie verzeichneten unter anderem in den Universitätsstädten Würzburg und Erlangen Zuwächse von fast 10 beziehungsweise knapp 9 Prozent.

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