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Koalitionsgespräche in Israel

Mit Billigung seiner Likud-Partei hat der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon am Freitag die Arbeitspartei und zwei religiöse Fraktionen zu Koalitionsgesprächen eingeladen.

dpa TEL AVIV. Mit Billigung seiner Likud-Partei hat der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon am Freitag die Arbeitspartei und zwei religiöse Fraktionen zu Koalitionsgesprächen eingeladen.

Scharon rief Oppositionsführer Schimon Peres sowie die Vorsitzenden der Parteien Schas und Vereinigtes Tora-Judentum an, wie der israelische Rundfunk meldete. Die Verhandlungen sollen offiziell am Sonntag beginnen, nachdem das Zentralkomitee von Scharons Likud-Partei am Donnerstagabend mit einer deutlicher Mehrheit von 62 Prozent für die Bildung einer großen Koalition mit diesen Parteien gestimmt hatte.

Politische Beobachter werteten die Likud-Entscheidung am Freitag als großen Sieg für Scharon im Kampf um die Umsetzung seines Abzugsplans aus dem Gazastreifen. Die palästinensische Führung hofft mit der Bildung einer großen Koalition in Israel auf einen Neubeginn in der Nahost-Region. Der Verhandlungsminister Sajeb Erekat sagte am Freitag: "Wir hoffen, dass die neue Regierung eine Wiederbelebung des Friedensprozesses erreichen wird, der zu einem Ende der israelischen Besatzung führt."

Im erbitterten Streit um den Abzugsplan hatte Scharons alte Koalition die Mehrheit im Parlament verloren. Vergangene Woche war sie dann an der Auseinandersetzung um den Staatshaushalt für 2005 vollständig zerbrochen. Gegenwärtig verfügt Scharons Likud nur über ein Drittel der insgesamt 120 Mandate im Parlament. Der Premier braucht daher neue Koalitionspartner, um die angekündigte Räumung aller 21 Siedlungen im Gazastreifen und vier weiterer Siedlungen im nördlichen Westjordanland im kommenden Sommer umzusetzen. Nach Medienberichten will Scharon jetzt innerhalb von zehn Tagen eine neue Regierung bilden.

Die Arbeitspartei will sich am Samstagabend versammeln, um die Verhandlungen abzusegnen. Peres sprach im israelischen Rundfunk von einer "großen Gelegenheit". "Ich glaube, die Menschen erwarten eine Bewegung in Richtung des Friedens", sagte Peres. Israel müsse nun rasch aus dem Gazastreifen und dem nördlichen Westjordanland abziehen, "damit viele Mütter aufatmen können", sagte der 81-jährige Friedensnobelpreisträger.

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