Koch: Der IP-Markt nimmt jährlich um elf Prozent zu
Siemens-Bereich ICN setzt in Zukunft auf das IP-Geschäft

"Wir werden im Geschäftsjahr 2000/2001 bereits ein Drittel unseres Umsatzes über das IP-Geschäft machen", sagte ICN-Bereichsvorstand Roland Koch am Mittwoch.

vwd MÜNCHEN. Der Siemens-Bereich Information and Communication Networks (ICN) will sich in Zukunft auf das IP (Internet-Protokoll)-Geschäft konzentrieren und dabei eine führende Rolle auf dem Weltmarkt einnehmen. "Wir werden im Geschäftsjahr 2000/2001 bereits ein Drittel unseres Umsatzes über das IP-Geschäft machen", sagte ICN-Bereichsvorstand Roland Koch am Mittwoch in München. In drei Jahren könnte der Umsatzanteil bereits bei 80 Prozent liegen, nachdem im vergangenen Jahr noch ein Wert von 20 Prozent erzielt wurde. Siemens stellte in diesem Zusammenhang das Strategieprogramm "ICN 4P" vor, dass ab sofort die strategische Ausrichtung von ICN vorgebe.

Der IP-Markt werde laut Koch jährlich um elf Prozent zunehmen, wobei ICN ein deutlich überproportionales Wachstum anstrebe. Um im IP-Geschäft weltweit zu den drei führenden Unternehmen zu gehören und entsprechende Marktanteilte zu gewinnen, solle durch "ICN 4P" die Profitabilität des Bereichs gestärkt und das "Produkt- und Lösungsportfolio konsequenter fokussiert" werden. Dementsprechend sollen die beiden Schwerpunktgebiete internetbasierte Konvergenzlösungen sowie Breitbandzugangstechnologien durch internes und externes Wachstum ausgebaut werden. Dies sei nach den Worten des Siemens-Bereichsvorstands "ein wesentlicher Faktor" für den Erfolg der "Mobile Business-Strategie" des Konzerns.

ICN wird sich insbesondere in den "USA massiv verstärken"

ICN werde sich laut Koch insbesondere in den USA "massiv verstärken". Erster Schritt sei dabei die Beteiligung an dem US-Software Quintus Corp-Unternehmen mit Sitz in Fremont/Kalifornien. Siemens beteiligt sich an dem seit November 1999 an der US-Technologiebörse Nasdaq notierten Unternehmen mit 19,9 Prozent und bezahlt für die rund acht Mio Quintus-Aktien 72 Mio USD in bar. Darüber hinaus werde Elektronik-Konzern einen Sitz im Vorstand einnehmen. Quintus erzielte 1999 einen Umsatz von 50 Mio USD und will Ende des Jahres die Gewinnzone erreichen. Bei den geplanten künftigen Akquisitionen werde ICN laut Koch über die US Unisphere Networks Inc-Tochter Aktien als Akquisitionswährung einsetzen, die bis Ende des Jahres in den USA an die Börse gebracht werden soll.

Eine weitere Möglichkeit in diesem Zusammenhang biete auch der US-Börsengang des Siemens-Konzerns, der nach bisherigen Angaben im März 2001 erfolgen soll. Nach den Worten von Koch werde ICN zudem über Unisphere das Geschäft mit Internet-Routern für Netzbetreiber ausbauen. Vor wenigen Tagen hatte Unisphere bereits angekündigt, das US-Unternehmen Broadsoft zu übernehmen. Der US-Tochter komme beim Ausbau der internetbasierten Konvergenzlösungen eine wichtige Rolle zu, hieß es. Auch bei optischen Transportnetzen und im Integrations- und Lösungsgeschäft mit Netzbetreibern und Firmenkunden sollen den Angaben zufolge Marktanteile dazu gewonnen werden.

Im Rahmen der strategische Partnerschaft würden Quintus und ICN bei der Entwicklung und Vermarktung von elektronischen Customer Relationship Management-Lösungen (eCRM) zusammenarbeiten. Laut Untersuchungen werde sich den Angaben zufolge der Weltmarkt für Call-Center-Software bis 2003 mit einem Volumen von 8,5 Mrd USD nahezu verdreifachen und im darauffolgenden Jahr auf 16 Mrd USD steigen. Der Bereich Information and Communication Networks erwirtschaftete in den ersten neun Monaten des Geschaftsjahres 1999/2000 (30. September) mit 54.700 Mitarbeitern einen Umsatz von acht Mrd EUR und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 474 Mio EUR.

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