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Köhler: Intervention für Euro kein Tabu mehr

Der Euro war am Mittwochmorgen auf ein Rekordtief unter 0,8450 Dollar gefallen und kostete gegen 12.00 Uhr MESZ 0,846 Dollar.

Reuters PRAG. Der Euro ist nach den Worten von IWF-Chef Horst Köhler deutlich unterbewertet und Interventionen zur Stützung der angeschlagenen Währung dürfen kein Tabu sein. Aussicht auf Erfolg hätten aber nur international koordinierte Interventionen, sagte Köhler am Mittwoch im Vorfeld der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Prag. Die Fundamentaldaten in der europäischen Wirtschaft hätten sich verbessert, während die Diskussion über den Euro teilweise dramatisiert werde. Der Euro war am Mittwochmorgen auf ein Rekordtief unter 0,8450 Dollar gefallen und kostete gegen 12.00 Uhr MESZ 0,8466/71 Dollar. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Euro unterbewertet ist, deutlich unterbewertet. Meiner Meinung ist es ebenso klar, dass Interventionen kein Tabu sein können, da sie zum Instrumentarium jeder Zentralbank oder Regierung gehören", sagte Köhler. Entscheidend sei, wie die Erfahrung in den 80er und 90er Jahren gezeigt habe, dass diese Interventionen auch funktionieren müssten. In diesem Zusammenhang sei mehr Koordination und Vorbereitung notwendig. Der IWF muss Köhler zufolge den Wechselkursentwicklungen mehr Beachtung schenken. Daher dürfe es auch niemanden überraschen, wenn der IWF sich zu diesen Fragen äußere.

Erst am Dienstag hatte IWF-Chefvolkswirt Michael Mussa angedeutet, dass der Zeitpunkt für eine Intervention zu Gunsten des Euro gekommen sein könnte. In deutschen Regierungskreisen war Mussa daraufhin scharf kritisiert worden. Mussa sollte sich auf seine ursprüngliche Aufgabe konzentrieren und der Europäischen Zentralbank keine Ratschläge geben, hatte es in den Kreisen weiter geheißen. Köhler sagte am Mittwoch, die Europäer wüssten selbst was zu tun sei. Sie sollten sich ihre eigenen Gedanken über die Gründe für die Euro-Schwäche machen. "Mein Rat dazu, die Lage nicht zu dramatisieren und daran zu arbeiten, dass der Euro wieder einen Außenwert erreicht, der auf den Fundamentaldaten basiert", sagte Köhler.

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