Kölner Musikkanal kündigt Schadenersatzklage an
Viva beendet Kooperation mit Rete A

Der Musikkanal Viva ist in Italien nicht mehr auf Sendung. Die Kölner Viva Medien AG hat die Zusammenarbeit mit dem italienischen TV-Sender Rete A aufgekündigt. Viva ist mit 5 % an Rete A beteiligt und wollte noch vor Ende 2001 weitere 55 % übernehmen. Offenbar konnten sich die Sender aber nicht über den Preis einigen. Viva hat eine bestehende Kaufoption bis Oktober nicht ausgeübt.

DÜSSELDORF. Gleichzeitig hatte sich das Klima zwischen Viva und Rete A auf Grund unterschiedlicher Auffassungen über die Programmgestaltung verschlechtert. Nachdem Rete A das ursprüngliche Musik-Programm "Viva Italy" in "Rete All Music" umbenannt hatte, kündigte Viva nun auch eine Schadenersatzklage ein.

Viva-Vorstandschef Dieter Gorny: sagte auf Anfrage "Ich habe da ein Kaufpreisproblem auf Grund fehlender Garantien und Sicherheiten. Das wird verstärkt durch fehlende Managementsicherheit und Professionalität." Nach Brancheninformationen waren für den geplanten Viva-Anteil von insgesamt 60 % rund 60 Mill. Euro eingeplant. Wegen der Werbeflaute nach dem US-Terroranschlag vom 11. September galt der Preis aber offenbar als zu hoch. Viva musste nach dem US-Anschlag Umsatz- und Ertragsprognosen nach unten korrigieren. Außerdem hat Rete A keine gültige Sendelizenz.

Viva will laut Gorny noch in der kommenden Woche Gespräche mit neuen potenziellen Partnern in Italien aufnehmen. Italien gilt als der drittgrößte Werbemarkt in Europa und sollte ein wichtiger Stützpfeiler in der Europastrategie von Viva werden.

Rosario Paccini, Assistent der Eigentümers und Senderchefs von Rete A, Alberto Peruzzo, sagte dem Handelsblatt, es lägen ihm keine Informationen vor, dass Viva die Beteiligung abstoßen wolle. Wenn dies der Fall wäre, hätte die Verlegerfamilie ein Vorkaufsrecht. Mit Blick auf die Programmkooperation von Rete A und Viva kritisiert der Mailänder Sender die mangelnde Kompatibilität der Viva-Machart mit dem italienischen Geschmack. "Die Ästhetik der Programme ist für unser Publikum ungeeignet", so Paccini, die ganze Art sei "zu deutsch". Daher seien die Einschaltquoten eingebrochen. Man habe im Oktober angefangen, größere Programmteile wieder selbst zu produzieren. Im Januar/Februar hätten die Zuschauerzahlen 38 % über denen des Dezembers gelegen.

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