Kölner Musiksender erwirbt 5 % – Option auf weitere 55 %
Viva will Mehrheit an italienischem TV-Sender Rete A

Die Viva Media AG hat 5 % des italienischen Senders Rete A gekauft. Im Oktober will das Kölner Medienunternehmen eine Option auf den Erwerb weiterer 55 % wahrnehmen, sagte Vorstandsvorsitzender Dieter Gorny dem Handelsblatt. Derzeit läuft der Bewertungsprozess (Due Diligence) für den Mailänder Sender, der über eine Holding im Besitz der Familie Alberto Peruzzo ist.

HANS-PETER SIEBENHAAR HANDELSBLATT, KÖLN. 30 Millionen Zuschauer in Italien (75 % aller Fernsehhaushalte) können das Programm empfangen. Über den Kaufpreis der Anteile von Rete A wurde Stillschweigen vereinbart. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Sender zwischen 80 bis 120 Mill. Euro wert ist. Das heißt, Viva hat für den 5 %igen Anteil an Rete A einen Preis von 4 bis 6 Mill. Euro gezahlt.

Viva ist seit Anfang Mai mit einem 24-stündigen Musik-TV-Programm über Rete A auf Sendung. Der Kölner Sender liefert den größten Teil des Programms zu, produziert aber auch mit italienischen Moderatoren und Künstlern in Mailand. Nach dem Einstieg wird der Sender von der 32-jährigen Asta Baumöller und von Alfredo Peruzzo geführt. "Entscheidungen über das Programm trifft das Management vor Ort", erklärte Gorny. Ab 2002 könne der Sender konsolidiert werden. Derzeit beschäftigt Rete A rund 40 Mitarbeiter.

Rete A hatte in den letzten drei Jahren mit MTV kooperiert. Vor allem auf Grund von Differenzen über die strategische Ausrichtung haben sich Alberto Peruzzo und das US-Musikunternehmen getrennt. "Der Einstieg hat eine hohe strategische Bedeutung, weil wir uns damit den drittgrößten Werbemarkt Europas erschließen", erklärt Gorny. "Wir wollen mit Italien beweisen, dass wir große Märkte erschließen können." Langfristig denkt die Viva Media AG auch an einen Einstieg in Frankreich und Großbritannien. Heute legt das Medienunternehmen sein Quartalszahlen vor. Die Umsätze seien besser als geplant ausgefallen, sagt Gorny. Er prognostizierte: "Wir sehen 65 Mill. Euro im laufenden Geschäftsjahr ohne Italien."

Für die Firmentöchter in der Schweiz und in Ungarn sei noch in diesem Jahr ein ausgeglichener Abschluss angepeilt. "Viva in Deutschland wächst weitaus besser als der Werbemarkt." Während der Werbemarkt im ersten Quartal deutlich zurückgegangen ist, verzeichne Viva beim Kerngeschäft in Deutschland ein Umsatzplus von 3 bis 4 %. Die am Neuen Markt gehandelte Aktie fiel am Dienstag unter 10 Euro. Das Zwölf-Monats-Hoch lag bei 22,50 Euro.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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