Kölner Softwarefirma entlässt 360 Mitarbeiter
Telesens-Aktie gerät nach korrigierter Prognose unter Druck

Das Unternehmen muss die Planung für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigieren und hat ein Kostensenkungsprogramm beschlossen. 360 von 1470 Mitarbeiter müssen gehen.

agr KÖLN. Die Kölner Telesens KSCL AG, Anbieter von Abrechnungssoftware im Bereich Telekommunikation, ist in den Strudel der schlechten Entwicklung in der Telekom-Branche geraten. Der Billing-Spezialist muss die Planung für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigieren und hat ein Kostensenkungsprogramm beschlossen. Der Telesens-Kurs ist darauf hin deutlich unter Druck geraten. Nach zweistelligen prozentualen Verlusten markierte die Aktie unterhalb der 4 Euro-Marke einen neuen Tiefststand.

Um die Kosten zu senken "reduzieren wir die Zahl der Mitarbeiter um 360 auf 1 100", erklärte Telesens-KSCL-Chef und Großaktionär Genadi Man. Auf Grund des Personalabbaus rechnet das Unternehmen in 2001 mit einem ausgeglichenen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Zur Bilanzpressekonferenz Ende März war noch von einem Ebitda in Höhe von 13 Mill. Euro die Rede gewesen. Der Umsatz soll um bis zu 190 % auf 125 Mill. Euro steigen. Allerdings ist dies vor allem auf Übernahmen zurückzuführen. Bereinigt liegt das erwartete Umsatzplus bei rund 10 %.

Die im März 2000 am Neuen Markt zu einem Preis von 38 Euro je Aktie gestartete Firma peilt für 2002 ein positives Ebitda und für 2003 ein positives Ebit an. Allein in diesem Jahr stehen Abschreibungen für Übernahmen in Höhe von 54 Mill. Euro in den Büchern.

Beobachter führen die Notbremsung auch auf Veränderungen im Vorstand zurück. Mit Moritz Gerke, einem international erfahrenen Manager der Deutschen Telekom, hat sich Man Unterstützung geholt. Gerke betonte, dass die Firma nun zunächst ihre Hausaufgaben machen müsse. Telesens zählt insgesamt 70 Kunden. Jeweils 10 % des Umsatzes entfallen auf die Mobilfunktochter der France Télécom sowie die Deutsche Telekom, die über ihre Tochter T-Venture 28 % an den Kölnern hält. Eine Aufstockung dieser Beteiligung sei nicht ausgeschlossen, eine vollständige Übernahme unwahrscheinlich.

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