Kölner Versicherungskonzern will nach Strukturumbau den Gegenseitigkeitsgedanken betonen
Traditionsname Gothaer soll Parion ersetzen

Der Kölner Versicherungskonzern Parion wird seinen vor vier Jahren eingeführten Kunstnamen aus den Begriffen Parität und Union voraussichtlich wieder abschaffen; die traditionsreichen Konzernunternehmen Gothaer sollen künftig den Namen geben. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen.

kun DÜSSELDORF. Mit diesem Schritt will das Management offenbar im Wettbewerb die langjährigen Vereinstugenden der beiden größten Versicherungsgesellschaften im Konzern nach vorne rücken. Die Gothaer Versicherungsbank VVaG wurde 1820 gegründet, die Gothaer Lebensversicherung aG 1827. Allerdings könnte dieser Schritt gleichzeitig bedeuten: Parion muss sich endgültig von der Hoffnung verabschieden, dass sich dem bisherigen Verbund von Gothaer, Berlin-Kölnische und Asstel weitere Versicherungsvereine anschließen werden. Denn bei einer nach außen deutlichen Dominanz der Gothaer dürfte die Bereitschaft noch geringer sein als bisher, Eigenständigkeit aufzugeben.

Mit 3,9 Milliarden Euro an Prämieneinnahmen im vergangenen Jahr zählt der Parion-Konzern zu den zehn größten deutschen Versicherern. Entstanden ist Parion 1997 als Gleichordnungskonzern, entwickelt vom Gothaer-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Peiner. Er wollte ein gemeinsames Dach schaffen für Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Bei solchen Versicherungsvereinen sind die Kunden zugleich Mitglieder. Das Problem: Echte Zusammenschlüsse von Vereinen, etwa um Größe zu gewinnen, sind nicht möglich. Der Gleichordnungskonzern Parion löste dies nur unzureichend. Zwar erreichten die vier Vereine ein gemeinsames Management, jedoch stehen dem unter anderem steuerliche Nachteile gegenüber. Enttäuschend blieb zudem die Resonanz anderer Vereine: Obwohl Parion-Chef Peiner mehrfach dazu einlud, beim ihm "anzudocken", wurden es nicht mehr.

Nun plant Peiner was Neues: Er will die Verträge der vier Vereine auf Aktiengesellschaften übertragen, die über eine Holding verbunden sind. Die vom operativen Geschäft entleerten Vereine können dann fusionieren. Der neue Superverein betreibt das Versicherungssgeschäft nur noch als Alibi (Ausland-Unfallpolice), im Wesentlichen steuert er die Holding, die nun z.B. Kapitalverflechtungen eingehen kann.

Da dies alles für den typischen Versicherungsverein eine höchst ungewohnte Struktur ist, soll der Gegenseitigkeitsgedanke durch die Gothaer in der Firmierung betont werden, heißt es in Unternehmenskreisen. Am Wochenende billigten die Mitgliedervertreter das Gesamtkonzept, am Mittwoch will Parion-Chef Peiner weitere Details der Öffentlichkeit vorstellen.

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