König besucht verseuchte Küste
Ölpest in Spanien weitet sich aus

Zwei Wochen nach dem Untergang des Tankers "Prestige" hat sich die Ölpest im Nordwesten Spaniens auf Küstenabschnitte von insgesamt 500 Kilometer Länge ausgebreitet. Wie Umweltminister Jaume Matas mitteilte, wurden in Galicien 165 Strände verseucht, davon 13 sehr stark.

HB/dpa LA CORUNA. Wind drückte die Ölflut am Montag nach Fernsehberichten weiter an die spanische Atlantikküste. Spaniens König Juan Carlos besuchte die Fischerdörfer Muxía und Laxe, die von der Ölpest besonders stark betroffen waren.

Der Monarch sprach den Helfern, die die Strände vom Ölschlamm reinigten, und den von einem Fangverbot betroffenen Fischern Mut zu. "Wir alle müssen beim Kampf gegen das Öl mithelfen", sagte er. Zuvor hatte er sich per Hubschrauber ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe gemacht. Einige Dorfbewohner riefen: "Es lebe der König!" Andere protestierten gegen angebliche Fehler der Regierung bei der Bekämpfung der Ölflut.

Derweil spülte das Meer immer neue Ölmassen an die Strände der "Todesküste". Die "schwarze Flut" dehnte sich vom Kap Finisterre bis zur Hafenstadt La Coruña aus. Nach Angaben der Behörden wurden auch mehrere verendete Tiere an die Küste geschwemmt. Dazu gehörten ein Delfin und ein See-Aal von beachtlicher Größe.

Der größte Teil des Öls, der beim Untergang der "Prestige" am 19. November in den Atlantik geströmt war, trieb weiterhin 19 Seemeilen (35 Kilometer) vor der Küste im Meer. Es wurde befürchtet, dass der andauernde Westwind diesen Teppich von etwa 9000 Tonnen Öl ebenfalls an die Küste treiben würde. Es sei aber auch möglich, dass der Ölteppich sich in viele kleinere Flecken zerteile, sagte der Umweltminister.

Die Parteien der Linksopposition im spanischen Parlament beantragten die Einberufung eines Sonderplenums. Dort sollte der konservative Ministerpräsident José María Aznar über den Kampf gegen die Ölpest Rechenschaft ablegen. Am Sonntag hatten in der galicischen Regionalhauptstadt Santiago de Compostela rund 150 000 Menschen gegen angebliche Versäumnisse der Regierung protestiert. Die Kundgebung war eine größten aller Zeiten in Galicien. Der Regierung wird vorgeworfen, das Ausmaß der Katastrophe heruntergespielt und beim Kampf gegen das Öl gravierende Fehler gemacht zu haben.

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