Koenig & Bauer und MAN Roland
Druckmaschinenbauer wollen ohne Kündigungen auskommen

Die Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer (KBA) und MAN Roland glauben trotz der Branchenkrise weit glimpflicher davon zu kommen als der Marktführer Heidelberger Druck.

Reuters AUGSBURG/WÜRZBURG. Ein Stellenabbau sei in den kommenden drei Monaten nicht geplant, sagte ein Sprecher von KBA am Freitag in Würzburg. "Das kann ich komplett ausschließen." Im Rollendruck-Bereich arbeiten die Mitarbeiter bis Ende Februar kurz, die Arbeitszeit wurde um 20 Prozent reduziert. "Bei Bogendruck-Maschinen läuft es weiter sehr gut", betonte der Sprecher. Auch die MAN-Tochter Roland kommt nach Angaben des Betriebsrats trotz Zusammenlegung von zwei Standorten in Offenbach ohne Kündigungen aus.

Heidelberger Druck hatte Mitte Oktober dagegen den Abbau von bis zu 2200 Arbeitsplätzen angekündigt, davon 1800 allein in Deutschland. Die weltweite Nummer eins der Branche erwartet daraus Einsparungen von 200 Millionen Euro jährlich.

Bei MAN Roland laufen nach Unternehmensangaben seit mehreren Wochen ebenfalls Verhandlungen zwischen der Firmenleitung und dem Betriebsrat über Maßnahmen zur Kostensenkung. Befürchtungen der IG Metall, damit könnten allein am Stammsitz in Offenbach mehr als 700 Stellen abgebaut werden, bezeichnete eine Unternehmenssprecherin als "reine Spekulation". Fest stehe bisher nur, dass zwei Werke für Bogenmaschinen im Offenbacher Zentrum und im benachbarten Mühlheim zusammengelegt werden sollen.

Betriebsratschef Günter Schuster sagte, man habe in Verhandlungen erreicht, dass nur 373 statt 526 Arbeitsplätze wegfielen. "Beide Seiten wollen das ohne Kündigungen über die Bühne bringen", sagte er. Bisher habe MAN Roland die geringere Auslastung über Arbeitszeitkonten ausgeglichen. Weitere 220 Stellen sollen über einen Beschäftigungssicherungsvertrag mit geringeren Arbeitszeiten gerettet werden.

Mit dem Abbau will der weltweit zweitgrößte Hersteller nach Angaben aus Firmenkreisen bis zu 60 Millionen Euro einsparen. Kosten werde der Abbau mehr als zehn Millionen Euro. Eine neue Verhandlungsrunde ist für die nächste Woche geplant. Am Rollendruck-Standort Augsburg sei kein Stellenabbau in Sicht, sagte Schuster.

Während bei MAN Roland das Geschäft mit Rollenmaschinen für den Zeitungsdruck noch besser läuft, setzt KBA in Würzburg trotz des negativen Branchentrends auf den Bogendruck. Die Aufträge im Rollendruck waren zum Halbjahr um fast 45 Prozent eingebrochen. Allerdings sitzt KBA, Nummer drei in der Branche, noch auf hohen Auftragsbeständen. Seit Jahresbeginn hatte der Konzern die Zahl seiner Mitarbeiter auf rund 7400 von 7561 verringert. Dazu habe man befristete Verträge auslaufen lassen und 400 Leiharbeiter nicht weiter beschäftigt.

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