Königlichen bleibt nur noch die nationale Meisterschaft
Der richtige Mann am falschen Ort

Monacos Morientes schießt Madrid aus der Champions League – den Verein, bei dem er unter Vertrag steht.

MADRID. Am Tag danach bejubelten die spanischen Zeitungen einen Angestellten von Real Madrid. Es war Fernando Morientes. "Spaniens Nationalspieler absolute Weltklasse", schrieb "Sport". "Er ist einer der besten Stürmer der Welt", verkündete !Marca", und "AS" kürte ihn zum wahren Prinzen von Monaco. Die Sache hat aus patriotischer Sicht nur einen Haken. Morientes steht zwar noch bei Real Madrid unter Vertrag, ist aber zurzeit an den AS Monaco ausgeliehen - und hatte am Dienstag ganz entscheidenden Anteil daran, dass der spanische Rekordmeister schon im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden ist.

Bereits im Hinspiel vor zwei Wochen hatte Morientes seinen ganz privaten Rachefeldzug gegen seinen alten Verein begonnen. Real führte scheinbar beruhigend mit 4:1, als Morientes mit einem Kopfballtor auf 2:4 verkürzte. Im Rückspiel traf er erneut, diesmal zum 2:1, und weil Ludovic Giuly kurz darauf auch noch das 3:1 für Monaco erzielte, sind die Fußballer aus Madrid in der Endphase des prestigeträchtigen Wettbewerbs nicht mehr vertreten. Das Ganze ist umso ärgerlicher, als Morientes noch bis Juni 2006 bei Real unter Vertrag steht. Die Spanier zahlen sogar weiterhin 65 Prozent des Jahresgehalts von 2,5 Millionen Euro. So wichtig war es dem Verein im vorigen Sommer, zumindest einen zeitweiligen Abnehmer für Morientes zu finden.

Reals Präsident Florentino Perez wollte eine durchgehend aus "Zidanes und Pavones" bestehende Mannschaft: also auf der einen Seite absolute Superstars wie Zinedine Zidane für die Offensive, auf der anderen Seite - für die Drecksarbeit in der Defensive - Spieler aus dem eigenen Nachwuchs wie Paco Pavon. Für einen wie Morientes, der zur Mittelklasse gezählt wurde, war in diesem Konzept kein Platz. Real verborgte ihn lieber bei Teilfortzahlung des Gehalts - und steht nun mit einem viel zu kleinen Kader da. In Monaco wurde dies deutlich, als die im Dauereinsatz stehenden Spieler in der letzten halben Stunde mental und physisch einbrachen. Auf der Ersatzbank war niemand mehr, der eine Wende hätte herbeiführen können.

Bereits im März ging das spanische Pokalfinale gegen Real Saragossa auf ähnliche Weise verloren wie das Spiel in Monaco. So bleibt dem Klub nur noch die Hoffnung auf den spanischen Meistertitel. Reals Vorsprung auf Valencia beträgt einen Punkt.

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