Köpke steht als neuer Torwarttrainer bereit
Klinsis Erneuerungswelle spült auch Torwart-Idol davon

Keine Frage: Nationaltorwart Jens Lehmann ist der große Gewinner des siegreichen Iran-Tripps der deutschen Nationalmannschaft. Nicht nur dass Bundestrainer Jürgen Klinsmann dem Dauerrivalen von Oliver Kahn zu seiner Leistung gratulierte. Er setzt auch noch dessen Mentor Sepp Maier vor die Tür und demontiert damit ein deutsches Fußball-Denkmal.

HB TEHERAN/MÜNCHEN. Übernächtigt und hundemüde kehrten die deutschen Sieger vom unvergesslichen Iran-Gastspiel zurück, das für Maier die letzte Dienstreise als Bundestorwart-Trainer war. Allen voran Lehmann konnte trotz der Reise-Strapazen lachen, wurde doch noch vor seiner abendlichen Weiterreise nach London die Absetzung des einflussreichen Kahn-Lobbyisten offiziell vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verkündet. "Wir haben von Sepp gefordert, dass er eine gewisse Neutralität hat. Das kann er allein aus menschlicher Sicht überhaupt nicht", begründete Team-Manager Oliver Bierhoff die Trennung.

Bereits vor der Abreise aus Teheran zogen Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Team-Manager Oliver Bierhoff, Assistenztrainer Joachim Löw und Maier am Flughafen Mehrabad hinter verschlossenen Türen nach exakt 17 Jahren einen Schlussstrich: "Wir haben ihm klar gemacht, dass es so nicht weiter geht", sagte Bierhoff am Sonntag.

Klinsmann setzte seine Erneuerungswelle damit ohne Rücksicht auch auf große Namen fort; immerhin gilt Maier seit dem WM-Titel 1974 als Original und eine Institution im deutschen Fußball. "Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen", übermittelte Maier, der als Torwart-Coach Anteil am WM-Triumph 1990 und dem EM-Titelgewinn 1996 hatte. "Durch meine tägliche Arbeit mit Oliver Kahn bei den Bayern ist es jedoch sinnvoll, wenn in Zukunft ein anderer Torwart-Trainer die Arbeit in der Nationalmannschaft übernimmt."

Als Nachfolger steht Klinsmanns "Wunschkandidat" Andreas Köpke bereit. Der Europameister von 1996 will mit dem Bundestrainer und dem DFB in den Verhandlungen "bis Mitte der Woche Klarheit" erzielen. "Es steht noch nicht hundertprozentig fest", sagte der 42-Jährige am Sonntagabend in der ARD-Sportschau zwar, aber es gibt bereits klare gegenseitige Vorstellungen: "Es wird wesentlich komplexer werden, als es Sepp Maier gemacht hat", sagte Köpke. U 21 und Team 2006 sollen in seinen Aufgabenbereich eingebunden werden. Mit Oliver Kahn, der lange hinter ihm zweiter Torwart war, erwartet er keine Probleme: "Wir haben ein absolut reines Verhältnis." Erfahrung als Torwart- Trainer hat Köpke nicht, doch Bierhoff glaubt, "dass er sehr gut in unser Team passt. Er ist ein sehr positiver Typ".

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