Körpereigene Stammzellen bilden neues Gewebe
Herz kann sich selbst reparieren

Eine Gruppe von amerikanischen und italienischen Wissenschaftlern hat erstmals Hinweise darauf gefunden, dass das menschliche Herz in der Lage ist, sich selbst zu reparieren.

NEW YORK. "Es scheint, als verfüge das Organ über kardiale Stammzellen", sagt Piero Anversa, der die gemeinsame Studie des New Yorker Medical College in Valhalla und der Universitäten von Udine und Parma leitete. Anversa hält es für möglich, diese Zellen künftig zur Heilung kranker Herzen zu verwenden. Bislang war die Wissenschaft fest davon ausgegangen, dass eine Schädigung des Herzens nach einem Infarkt oder einer anderen Erkrankung unumkehrbar ist und das Herz nicht wie andere Organe Gewebe neu bilden kann. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Forscherteam zeigen können, dass sich Herzmuskelzellen nach einem Infarkt vermehren. Nun berichten sie im "New England Journal of Medicine" über den Nachweis, dass bei Patienten nach einer Herztransplantation einfache Körperzellen zu dem neuen Organ wandern und dort neue Muskeln und Blutgefäße bilden.

Die Wissenschaftler hatten Männer untersucht, denen Herzen von Frauen transplantiert worden waren, und in den weiblichen Spenderorganen männliche Zellen entdeckt. "Tierstudien hatten schon früher Hinweise darauf geliefert, dass die Zellen wandern könnten, aber das ist die erste Studie am Menschen, die zeigt, dass dies tatsächlich möglich ist", sagt John Fakunding vom nationalen Herz-, Lungen- und Blutinstitut der USA.

Der Untersuchung zufolge wachsen nach der Transplantation die Herzmuskeln und Blutgefäße in dem neuen Organ rasend schnell. Die Wissenschaftler schätzen, dass sich rund ein Fünftel des Spenderherzes durch die Körperzellen des Empfängers neu bildet.Piero Anversa arbeitet nun daran, die vermeintlichen Herzstammzellen zu identifizieren. Bis eine Therapie möglich ist, seien jedoch noch Forschungen nötig, die mehrere Jahre dauern werden.

ap/mer

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