Kofler: Ermutigende Verhandlungen
Premiere-Sanierung läuft besser als erwartet

Die Sanierung des angeschlagenen PayTV-Senders Premiere läuft nach Angaben von Senderchef Georg Kofler besser als erwartet. Die Verhandlungen mit potenziellen Investoren bezeichnete er als "ermutigend".

Reuters OESTRICH-WINKEL. "Wir sind zuversichtlich, unseren Businessplan nicht nur einhalten, sondern auch übertreffen zu können", sagte Kofler am Freitag auf dem 13. Wirtschaftssymposium der European Business School in Oestrich-Winkel. Nachdem Premiere im August rund 50 000 neue Abonnenten gewinnen konnte, "gehen wir im September in Richtung 60 000." Ende September dürfte Premiere somit insgesamt rund 2,45 Millionen Abonnenten vorweisen. Für das vierte Quartal visiert Kofler 200000 bis 250 000 Neukunden an. Damit dürfte er sein Ziel erreichen, die Marke von 2,5 Millionen Kunden bis zum Jahresende zu übertreffen.

Kofler zeigte sich weiter zuversichtlich, bis Jahresende einen Käufer für Premiere vorstellen zu können. "Die Gespräche laufen ermutigend", sagte der Südtiroler. "Es gibt substanzielles Interesse von mehreren Bietern. Dieses ist auch uns gegenüber schon schriftlich dokumentiert worden." Bei den Interessenten handele es sich "vornehmlich" um Finanzinvestoren. "Wir sind zuversichtlich, dass wir vor Weihnachten die Grundzüge einer neuen Gesellschafterkonstellation bei Premiere festlegen können", bekräftigte Kofler frühere Aussagen. Premiere kämpft seit der Insolvenz der Muttergesellschaft Kirch-Pay-TV ums Überleben und ist deshalb auf der Suche nach neuen Investoren.

Entscheidend für die Zukunft der Gesellschaft ist eine deutliche Reduzierung der Programmkosten, die Kofler in den Verhandlungen mit Lieferanten wie den US-Filmstudios um mehr als die Hälfte drücken will. Nachdem Kofler bereits in den vergangenen Wochen Programmverträge mit drei Studios abschließen konnte, sieht er den derzeit laufenden Verhandlungen gelassen entgegen. "Da wir unsere Programmversorgung bis Mitte nächsten Jahres schon weitgehend gesichert haben, ist das eigentlich für uns jetzt eine eher komfortable Verhandlungsposition", sagte der Manager. "Wir werden noch vor Weihnachten mit einem oder zwei Hollywood-Studios abschließen", wiederholte er Aussagen von Mitte August. Nach Eingungen über Preissenkungen mit den drei US-Programmlieferern Universal, Fox und Dreamworks "bleiben noch übrig Paramount, MGM, Disney, Warner und Columbia". "Wir sind mit allen in aussichtsreichen Verhandlungen", versicherte Kofler.

Kofler will früheren Angaben zufolge durch nachhaltige Kostensenkungen den operativen Verlust (Ebitda) im zweiten Halbjahr 2002 unter 120 (H1: 264) Millionen Euro drücken. Im kommenden Jahr solle sich der operative Verlust dann auf "weniger als 100 Milionen Euro" belaufen. Einen operativen Gewinn will Premiere im ersten Quartal 2004 erzielen. Dazu benötigt der Pay-TV-Sender im Jahresdurchschnitt 2,9 Millionen Abonnenten.

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