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Kofler und Leo Kirch wollen tm3 angeblich gemeinsam übernehmen

Die Einkaufssender-Gruppe H.O.T. Networks, an der Kofler maßgeblich beteiligt ist, soll mindestens 51 % der tm3-Anteile von Medienmogul Rupert Murdoch kaufen.

dpa MÜNCHEN. Der frühere ProSieben-Chef Georg Kofler und die Kirch-Gruppe wollen den Fernsehsender tm3 jetzt angeblich gemeinsam übernehmen. Die Einkaufssender-Gruppe H.O.T. Networks, an der Kofler maßgeblich beteiligt ist, werde mindestens 51 % der Tm3-Anteile von Medienmogul Rupert Murdoch kaufen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochausgabe). Die restlichen Anteile übernimmt dem Bericht zufolge Leo Kirch. Einen Kaufpreis nannte Kofler in einem Gespräch mit der Zeitung nicht.

Seit April gehört tm3 zu 100 % Murdochs News Corporation. Über die Zukunft des Senders war zuletzt intensiv spekuliert worden. Die Kirch-Gruppe stand nach eigenen Angaben in Verhandlungen mit Murdoch. Überraschend teilte dann Kofler Ende Oktober mit, die Einkaufssender-Gruppe H.O.T. Networks stehe kurz vor der Übernahme. An der H.O.T. Networks halten Kofler und Leo Kirchs Sohn Thomas jeweils 26,6 %. Die übrigen Anteile liegen bei der amerikanischen Home Shopping Network (HSN), dem größten Eigner des Einkaufskanals H.O.T. in Deutschland.

Nun wird es offensichtlich doch nicht konkurrierende Angebote von Thomas und Leo Kirch geben. Kofler deutete der "Süddeutschen Zeitung" zufolge an, Kirch werde bei dem gemeinsamen Geschäft die finanzielle Hauptlast tragen. "H.O.T. und ich übernehmen als Gegenleistung das größere unternehmerische Risiko." Der Kanal solle in die H.O.T.- Gruppe integriert werden.

Kofler kündigte zudem an, Tm3 solle zu einem unterhaltungsorientierten Live-Sender umgewandelt werden. Gedacht sei beispielsweise an Ratespiele und Ratgebersendungen rund um Haushalt oder Reisen. Als sicher gilt dem Bericht zufolge, dass H.O.T. Deutschland pro Tag drei Stunden Teleshopping zuliefern wird.

Tm3 hatte im vergangenen Jahr in einem sensationellen Coup die Übertragungsrechte für die Fußball-Champions-League erworben. Nachdem sich dies jedoch als verlustreiches Geschäft erwies, verkaufte Murdoch die Rechte dieses Jahr an RTL und den Pay-TV-Sender Premiere World. An Premiere World ist Murdoch mit etwa 22 % beteiligt.

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