Kohl und Landesverband dementieren
Neue Vorwürfe gegen Kohl und die hessische CDU

In der CDU-Parteispendenaffäre sind neue Vorwürfe gegen Altbundeskanzler Helmut Kohl und die hessische CDU laut geworden. Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" soll die hessische CDU entgegen bisheriger Darstellungen doch Schwarzgeld von ihren Schweizer Konten an die Bundespartei geleitet haben.

ap BERLIN. Den Recherchen zufolge stammt eine Bareinzahlung in Höhe von 900 000 DM aus dem Jahr 1993 auf ein Konto der Bundes-CDU nicht - wie von Kohl angegeben - von anonymen Spendern, sondern von einem der Schweizer Konten der Hessen-CDU. Kohl wies die Behauptungen am Freitag als falsch zurück. Auch die hessische CDU bestritt die Vorwürfe. Kohls Sprecher Michael Roik erklärte, Kohl habe zu keinem Zeitpunkt etwas mit hessischen Geldern in der Schweiz zu tun gehabt und davon auch bis zur Veröffentlichung dieses Sachverhalts nichts gewusst.

Ein Sprecher der hessischen CDU äußerte sich verwundert über die Meldung. "Es ist uns unerklärlich, woher die Summe überhaupt kommen soll", sagte er. Bereits im Februar seien alle Geldbewegungen auf den Schweizer Konten bis auf einen Restbetrag von 600 000 DM aufgeklärt worden. Dies sei auch mit Belegen untermauert.

Handschriftlicher Vermerk

Die "Berliner Zeitung" bezieht sich auf einen handschriftlichen Vermerk in einer Handakte der Ernst & Young-Wirtschaftsprüfer, die von der CDU beauftragt worden waren. Darin geht es um eine 1993 erfolgte Einzahlung von 900 000 DM auf ein Treuhand-Anderkonto der Bundes-CDU. Kohl hat angegeben, es handele sich um eine Zuwendung eines der Spender, deren Namen preiszugeben er sich weigert. Dies wird laut dem Zeitungsbericht in dem Vermerk angezweifelt. Eine Prüferin habe notiert, dass es sich bei der angeblichen Spende um einen kurz zuvor von einem Schweizer Konto der hessischen CDU abgehobenen Betrag handele. Im Rechenwerk des CDU-Landesverbands sei eine Verbuchung des Betrags nicht erkennbar.

Dazu erklärte Kohl-Sprecher Roik, die Erwägungen aus der Handakte seien deshalb nicht in den Bericht gekommen, weil es dafür keine Anhaltspunkte gegeben habe. "Es sind keinerlei Fakten festgestellt worden, die eine solche Vermutung im Verlauf der Prüfung stützen konnten."

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