Kohlhaussen: Aktienkurs langfristig bei „Mitte 40 Euro“
Commerzbank in Vergangenheit intensiv um Partner bemüht

Die Commerzbank hat sich in der Vergangenheit intensiver um Partner bemüht, als bisher bekannt war. "Wir haben über die Jahre hinweg immer wieder Gespräche mit anderen Banken geführt, darunter auch Merrill Lynch", sagte der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank, Martin Kohlhaussen, in einem Interview mit Volontären der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Die beiden Banken haben in New York ihren Sitz im selben Gebäude. Gegenwärtig gebe es aber keine konkreten Gespräche.

HB/DÜSSELDORF. Ferner habe es neben den Fusionsgesprächen mit der Dresdner Bank auch mit den Kollegen der deutschen Nachbarbanken zu verschiedenen Einzelthemen Gespräche gegeben. Kohlhaussen wurde immer wieder vorgeworfen, sich nicht intensiv genug um die Neupositionierung der Commerzbank bemüht zu haben.

Kohlhaussen zufolge wird sich die Commerzbank nun auf die Umsetzung des Programms "CB21" konzentrieren. Damit will der neue Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller den Ertrag der Bank steigern und die Aktie stärken. Außerdem steht laut Analysten der Verkauf einzelner Geschäftsbereiche wie des Leasinggeschäfts zur Debatte. Kohlhaussen wollte sich dazu aber nicht äußern. Laut Spekulationen will die Bank auch ihr Geschäft in Osteuropa verstärken. Sie hält bereits 50 Prozent an der polnischen BRE Bank.

Investorengruppe Cobra keine Belastung mehr

Langfristig sieht Kohlhaussen den Kurs der Commerzbank-Aktie bei "Mitte 40 Euro". Momentan liegt der Kurs bei knapp 30 Euro. Seinen Optimismus begründete er unter anderem damit, dass die Investorengruppe Cobra spätestens seit der Hauptversammlung am 25. Mai 2001 keine Belastung mehr sei.

"Es spricht viel dafür, dass die ehemalige gebündelte Position der Cobra so nicht mehr existiert." Anders als im vergangenen Jahr sei die Gruppe nicht mehr namentlich auf der Hauptversammlung aufgetreten. "Cobra hat sich verändert. Ansonsten wäre ich nicht mit 99,9 Prozent der anwesenden Stimmen in den Aufsichtsrat gewählt worden."

Die Investorengruppe Cobra tauchte erstmals im April vorigen Jahres auf. Ihr Ziel war es, die Übernahmefantasie anzuheizen und auf diese Weise den Kurs nach oben zu treiben. Zeitweise vertrat die Gruppe die Rechte aus etwa 18 % der Commerzbank-Aktien. In den USA wurden in den 80er Jahren häufig größere Aktienpakete zu überhöhten Preisen von Unternehmen am Markt vorbei zurückgekauft.

Kohlhaussen schloss nicht aus, dass die Aktie zurzeit auch deshalb unter Druck stehe, weil sich Investoren aus dem Cobra-Umfeld von ihren Beständen trennten.

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