Kolumne: Die Finanzprofis
Rohstoffe - heißer Tipp oder kalter Kaffee?

Haben Sie sich ausreichend mit Blue Chips aus dem Dax versorgt, Ihr mit Öl geschmiertes und mit Gold veredeltes Depot inzwischen mit Red Chips aus China diversifiziert?

Dann können Sie sich auch für die „Soft Commodities“ interessieren, also börsengehandelte Rohstoffe wie Getreide, Kaffee, Baumwolle oder gefrorenes Orangensaftkonzentrat. Immer mehr Strategen empfehlen jetzt auch diese „Weichwaren“, wie man sie früher im deutschsprachigen nannte, für ein gut gemischtes Depot, weil sie noch Nachholbedarf gegenüber den Metallen hätten. Die Erwartung steigender Preise wird auch hier – zumindest teilweise – mit einer stark zunehmenden Nachfrage der Chinesen begründet.

Mich erinnert das an die zweite Hälfte der 70er Jahre, als Commodities von deutschen Privatanlegern entdeckt wurden, weil sie als Folge enttäuschender Börsen und als Inflationsschutz in die „handfesten“ Sachwerte flohen.

Damals sprach man auch von einer „Schweinebauch-Hausse“. Abgesehen vom wirtschaftlichen Umfeld gibt es aber gravierende Unterschiede zwischen gestern und heute: Damals wurden ungezählte gierige, leichtsinnige Privatanleger von betrügerischen Vermittlerfirmen in die Rohstoffe förmlich getrieben. Das Anlagekapital erreichte in den meisten Fällen aber nie die Börse, sondern versickerte irgendwo bei Briefkastenfirmen. Vor 30 Jahren kannte man auch noch keine Zertifikate, sondern engagierte sich über Termin- und Optionskontrakte.

Eines ist geblieben: Wer Rohstoffe kauft, in welcher Form auch immer, sollte entweder Spezialwissen mitbringen, oder einem Vermögensverwalter voll vertrauen – oder die Rohstoffe lieber selbst verbrauchen.

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