Kolumne: Die fünf Weisen
Der sichere Weg, Zweiter zu werden

Es geht für den wirtschaftlichen Erfolg nicht vorrangig darum, welche Werte wir leben, ob wir diese oder jene normative Orientierung vorziehen. Sondern ob wir sie konsistent verfolgen. Stetig sind. Glaubwürdig.

Da gibt es das Unternehmen, in dem eine von mir vorgeschlagene Intervention großartige Früchte trägt. Derselbe Vorschlag scheitert in einem anderen Unternehmen - bei vergleichbarer Problemlage, vergleichbarer Firmengröße, fast identischer Organisation. Wie das?

Da gibt es das Unternehmen, das von seinem Geschäftsführer mit großer Menschenliebe seit Jahrzehnten von Erfolg zu Erfolg geführt wird. Und da gibt es das Unternehmen in derselben Branche, das von der Inhaberfamilie mit großer Menschenverachtung seit Jahrzehnten von Erfolg zu Erfolg geführt wird. Wie ist das möglich?

Natürlich wissen wir längst, dass Unternehmen nicht steuerbar sind, sondern nur irritierbar. Und dennoch verblüfft diese Spreizung. Wir sind doch überzeugt, dass es Kniffs und Tipps gibt, wie man es "richtig" macht. Die Managementliteratur ist doch voll davon. Es stapeln sich die Erfolgsgeschichten, die Rezepte und Instantlösungen. Berater, die herumziehen und in Unternehmen Vorbildliches sammeln, es an andere Unternehmen verkaufen, stehen Schlange.

Wenn diese Besonderheitsabwürger Erfolgsgeschichten erzählen, Kausalitäten unterlegen und dies massenhaft verbreiten, dann glauben alle, das sei der Weg zu Erfolg. Und so werden unterschiedslos Kleinunternehmen, Großkonzerne, öffentliche Verwaltungen und gemeinnützige Organisationen mit "modernen" Konzepten beglückt. Die Exklusivitätsbekundungen und "maßgeschneidert"- Etiketten sind lächerlich. Die Folge sind Organisationsklone mit unternehmenskulturell geadeltem Blindenausweis.

Schon St. Beneventura sagte, dass viele Wege zum Ziel führen, dass nichts für alle gilt. Es gibt nicht nur einen Modernisierungspfad, den man allen Unternehmen verpassen könnte. Vergleiche können lehrreich sein, aber über unternehmensspezifische Arrangements und begehbare Auswege verraten sie allenfalls Anschauliches. Und egal, wie die Erfolgsgeschichten lauten mögen, ob man nun den letzten Auswurf Jack Welch's für der Weisheit letzten Schluss hält oder aber die 10 Goldenen Regeln zur Führungskompetenz oder den sicheren Weg, stets zweiter Sieger zu sein, der sich Benchmarking nennt: Der Unterschied liegt im Sympathiewert.

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