Kolumne: Die fünf Weisen
Der Weg zum guten Arbeitgeberimage

Wer fehlt in dieser Aufzählung: BMW, Porsche, Daimler-Chrysler, Audi? Richtig: Volkswagen suchen wir vergebens auf der Liste mit den Namen jener zehn beliebtesten deutschen Arbeitgeber, die ein schwedischer PR-Spezialist kürzlich per Umfrage unter Uni-Absolventen in aller Welt ermittelt hat.

Wer fehlt in dieser Aufzählung: BMW, Porsche, Daimler-Chrysler, Audi? Richtig: Volkswagen suchen wir vergebens auf der Liste mit den Namen jener zehn beliebtesten deutschen Arbeitgeber, die ein schwedischer PR-Spezialist kürzlich per Umfrage unter Uni-Absolventen in aller Welt ermittelt hat.Rennlisten dieser Art gibt es mittlerweile zuhauf. Die Sieger sind meist die üblichen Verdächtigen: Bekannte internationale Konzerne mit starken Marken oder renommierte Beratungsfirmen und Investmentbanken. Diese haben nicht nur ein ausgefeiltes Hochschulmarketing, sie können es sich auch leisten, mit Traumgehältern und attraktiven Karriereperspektiven um vielversprechende Nachwuchskräfte zu buhlen. Da wirkt es fast schon exotisch, wenn sich die Fraunhofer-Gesellschaft unter die Bestplatzierten einer Umfrage bei deutschen Naturwissenschaftlern und Ingenieuren mischen kann.

Wer genauer hinsieht, merkt auch, dass bei den Umfragen zumeist Externe und nicht die Arbeitnehmer der zur Wahl stehenden Unternehmen zu Wort kommen. Und die Kriterien, nach denen die Noten vergeben werden, bleiben ebenfalls oft im Dunkeln. Das größte Manko vieler Rankings ist jedoch, dass sie den Mittelstand außen vor lassen - so als ob man als Arbeitnehmer nur bei den Großen glücklich werden könnte. Dabei befinden sich unter den Mittelständlern - wie wir spätestens seit dem Bestseller über die Hidden Champions wissen - zahlreiche hervorragende Unternehmen. Sie bieten auch international orientierten Akademikern gute Entwicklungschancen, da sie zumeist in alle Welt exportieren und oft auch im Ausland produzieren. Zu diesen Unternehmen zählen beispielsweise die Münchner IT-Beratungsfirma Skytec, das bayerische Pharmaunternehmen Hexal oder der im badischen Waldkirch ansässige Sensorhersteller Sick AG.

Können wir das Thema damit abhaken? Sollten die Personalchefs nicht gelisteter Unternehmen brav die Hände in den Schoß legen und zur Tagesordnung übergehen? Natürlich nicht. Denn trotz aller Oberflächlichkeit, die viele Rankings kennzeichnet, ermöglichen sie immerhin eine gewisse Orientierung auf dem Arbeitsmarkt - und zwar für beide Seiten, nicht nur für die Arbeitnehmer.

Derartige Umfragen werden sogar noch an Bedeutung gewinnen, denn das Spitzenpersonal stellt bereits heute in vielen Industrien den wichtigsten Wettbewerbsfaktor dar. Und wegen der demographischen Entwicklung, sprich Überalterung in den entwickelten Industrienationen, wird sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt bald wieder zuspitzen. Umso wichtiger ist es, sich einen Namen als attraktiver Arbeitgeber zu machen.

Viele Unternehmen strengen sich deswegen enorm an, um ein gutes Image zu erlangen. Dabei gehen sie über das klassische Personalmarketing hinaus und praktizieren nach dem War for Talents jetzt Talent Management. Sie richten ihre Personalarbeit auf die Mitarbeiter aus, die einen klaren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten - die Talente eben. Dabei verzahnen sie Personalmarketing, Recruiting, Personalentwicklung und Anreize zu einem stimmigen Dienstleistungsangebot an die umworbenen Fachkräfte. So können sie mehr gute Kandidaten für sich gewinnen und die Fluktuationsrate senken. Talent Management sorgt also dafür, dass sich die Unternehmen besser im Wettbewerb behaupten können.

Übrigens: Ein Ranking habe ich gefunden, das nicht nur an der Oberfläche kratzt. Die Umfrage, die die Europäische Union gefördert hat, nennt als besten Arbeitgeber hier zu Lande die deutsche Tochter des Softwareriesens Microsoft AG - keine große Überraschung. Aber: Auch einige Mittelständler konnten sich auf die vorderen Ränge schieben, allen voran Skytec, Hexal und die Sick AG.

Nächste Woche: Arbeitsrechtler Jobst-Hubertus Bauer über Zielvereinbarungen und ihre juristischen Folgen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%