Kolumne: Die fünf Weisen
Tief gekränkt sein lohnt sich nicht

Auch die Stellen von Managern, die in ihrem bisherigen beruflichen Leben äußerst erfolgsverwöhnt waren, können in der jetzigen wirtschaftlichen Lage plötzlich eingespart werden. Oder zumindest ernsthaft gefährdet sein.

Auch die Stellen von Managern, die in ihrem bisherigen beruflichen Leben äußerst erfolgsverwöhnt waren, können in der jetzigen wirtschaftlichen Lage plötzlich eingespart werden. Oder zumindest ernsthaft gefährdet sein. Dies trifft auch Führungskräfte, die seit vielen Jahren mit ihrem Unternehmen verbunden sind und ihm ein Höchstmaß an Loyalität und Einsatzbereitschaft entgegen gebracht haben. So war es bisher für sie selbstverständlich, immer dorthin zu gehen, wo ihr Konzern sie am dringendsten brauchte und dafür auch einiges auf sich zu nehmen.

Kein Wunder, dass in einer solchen Situation der Verlust der bisherigen Position und der beruflichen Heimat meist als eine tiefe Kränkung erlebt wird und dies nicht selten auch eine persönliche Krise nach sich zieht. Entscheidend für den weiteren beruflichen Erfolg aber ist für den Personalberater, wie der Bewerber mit solchen Krisen umgeht.

Erlebt man solche Manager, die sich seit Jahren keinem Auswahlverfahren mehr stellen mussten, im Vorstellungsgespräch, so ist häufig eine große innere Anspannung spürbar. Sie, die bisher immer auf der anderen Seite des Tisches saßen, müssen auf einmal Werbung in eigener Sache betreiben. Während vorher vor allem das langjährig aufgebaute Beziehungsnetz dafür sorgte, dass ihre Qualitäten und Kompetenzen gut zur Geltung kamen, sind die Führungskräfte nun gefordert, sich durch die Darstellung ihrer Erfahrungen und ihrer Persönlichkeit von der Masse abzuheben.

Nicht selten begegnen Menschen dieser ungewohnten Situation, indem sie die Flucht nach vorn ergreifen und die Eigenwerbung überstrapazieren. Da wird dann das Ausscheiden beim letzten Arbeitgeber als sehr viel freiwilliger dargestellt, als es eigentlich war und der eigene Werdegang als eine einzige Erfolgsgeschichte erzählt. Aber mal ehrlich: Haben Sie solchen Darstellungen früher geglaubt? Ein erfahrener Personalchef oder-berater wird sich von solchen Vernebelungsversuchen kaum beeindrucken lassen. Im Gegenteil: Allzu glatte Geschichten machen misstrauisch und legen den Verdacht nahe, dass der Gesprächspartner etwas zu verbergen hat. Was zählt, ist aber Glaubwürdigkeit.

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