Kolumne: Die fünf Weisen
Unsere Elite spielt Beamtenmikado

Genau jene, die permanent jammern, dass sich in Deutschland nichts bewegt, bewegen sich nicht. Ihnen fehlt das Vertrauen, ohne das Initiative und Unternehmertum niemals aus den Startlöchern kommen.

Wenn erst mal die Konjunktur angesprungen ist, dann sind wir ganz weit vorne." So der Vorstandsvorsitzende auf meine Frage nach der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens. Ich nicke versonnen. "Wenn erst mal die Konjunktur angesprungen ist, dann sind wir bestens aufgestellt." So der Geschäftsführer auf einer Führungskräftekonferenz. Ich habe ein Déjà-vu. "Wenn erst mal die Konjunktur richtig läuft, dann können wir auch mal wieder was riskieren." So mein Tischnachbar, Aufsichtsrat eines Chemiekonzerns. Ich nicke nicht mehr versonnen - und mache mich unbeliebt.

Was sind das für Manager, die auf die Konjunktur starren, als fiele sie vom Himmel? Was sind das für Manager, die warten, dass sich andere bewegen? Um dann zu prüfen, ob man sich eventuell mal mitbewegen kann? Dabei spreche ich nicht vom kleinen Handwerksmeister, der versucht, wirtschaftlich einigermaßen über die Runden zu kommen. Ich spreche von unserer Elite, von unseren Besten, von jenen, die auserwählt sind, unsere Unternehmen und unsere Volkswirtschaft voran zu treiben. Aber genau jene, die permanent jammern, dass sich in Deutschland nichts bewegt, bewegen sich nicht. Sie spielen Beamten-Mikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren.

Ihnen fehlt das Vertrauen, ohne das Initiative und Unternehmertum niemals aus den Startlöchern kommen. Sie machen sich zu Opfern der Umstände, zu passiven Verwaltern des Status quo. Sie haben offenbar keine gestaltende, wirklichkeitsschaffende Beziehung zur Wirtschaftswelt. Sie bleiben misstrauisch in Deckung, igeln sich ein, haben sich abgefunden. Sie haben einkalkuliert, das "nichts geschieht" - und entkorken die Hausmarke "Hoffnung".

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