Kolumne: Die fünf Weisen
Wenn unerschrockene Kandidaten nerven

Immer wieder überraschen potenzielle Kandidaten im Umgang mit Stellenausschreibungen. Auch beim Umgang mit Absagen kann man sich Zukunftschancen verbauen.

Immer wieder überraschen potenzielle Kandidaten im Umgang mit Stellenausschreibungen. Kürzlich erschien eine Stellenanzeige unter der Schlagzeile "Geschäftsführer/in". Ein Interessent rief wenig später an und eröffnete das Gespräch mit der Frage "Ist die Stelle noch frei?"

Das war sicher nicht der geschickteste Einstieg, denn welche Geschäftsführungsposition wird innerhalb von zehn Tagen besetzt? Allein der Bewerbungseingang zieht sich über gut zwei Wochen hin. Angehende Geschäftsführer sollten doch von diesen Abläufen wenigstens eine ungefähre Vorstellung haben.

Sei es drum - Sie wollen jedenfalls jetzt wissen, "ob Ihre Bewerbung sinnvoll ist". Ahnen Sie, wie groß der Zuspruch bei Funktionen wie der oben genannten ist? Der Personalberater sagt es Ihnen: "Wir haben bisher etwa 200 Zuschriften erhalten." Das heißt für Sie, dass Ihr Profil nun aber wirklich ideal zu den Anforderungen passen muss, sonst lohnt die Mühe nicht: Wird jemand gesucht, der über einen Bankenhintergrund verfügt, dann reicht es nicht aus, in Industrieunternehmen die Bankenkontakte verantwortet zu haben.

Neben dem Profil ist die Gehaltsfrage entscheidend: Kommentiert der Berater Ihre Einkommensvorstellungen mit "Das gibt die Position nicht her", dann sollten Sie sich nur noch dann weiter bewerben, wenn Sie glaubhaft versichern können, dass Sie dauerhaft für viel weniger Geld als erwartet allerbeste Leistungen erbringen werden. Können Sie das?

In einem anderen Fall gibt der Personalberater zu verstehen, dass er Ihre Chancen nach allem, was Sie ihm bisher zu Ihrem Werdegang erzählt haben, als äußerst gering einstuft. Sie überhören dies - getreu dem Motto "Schließlich bin ich ja durchsetzungsfähig" und erhalten die Bewerbung aufrecht. Nun wird der Berater konkret: "Ich kann die geforderte internationale Praxis in Ihrem Lebenslauf nicht erkennen und die verhandlungssicheren Englischkenntnisse fehlen auch." Aber auch dieser Einwand geht irgendwie an Ihnen vorbei und Sie bewerben sich trotzdem. Höchstwahrscheinlich vergeblich, aber ein solches Verhalten ist doch häufig anzutreffen.

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