Kolumne: Die fünf Weisen
Werner – nicht Klaus – war der Held

Die vermeintlich fixe Idee des ehemaligen Mannesmann-Chefs Werner Dieter entwickelte sich in weniger als zehn Jahren zu einem der profitabelsten Investments der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die Früchte erntete ein anderer.

Sie haben ihm schallende Ohrfeigen verpasst, wenn auch nur schriftlich. Er werde sich verzetteln, hieß es seinerzeit in einem bekannten Wirtschaftsmagazin, als der ehemalige Mannesmann-Chef Werner Dieter mutig die Strategie der traditionsreichen Düsseldorfer Röhrenschmiede änderte und das Signal für einen Vorstoß auf ein neues Geschäftsfeld gab.

Das Terrain, das Dieter beackern ließ, war vom Kerngeschäft des Konzerns meilenweit entfernt. Der Manager hatte ein Angebot für die zweite deutsche Mobilfunklizenz D2 abgegeben und den Zuschlag erhalten. Kräftig rührten die Mannesmänner die Werbetrommel. So wurde aus D2 einer der bekanntesten deutschen Markennamen. Die vermeintlich fixe Idee dieses Managers entwickelte sich in weniger als zehn Jahren zu einem der profitabelsten Investments der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Wie wir wissen, konnte Dieter konnte die Früchte seiner Pionierarbeit nicht mehr ernten. Das war Klaus Esser vorbehalten, der im Mai 1999 an die Spitze des Konzerns rückte. Ein halbes Jahr später machte ihm der damalige Vodafone-Chef Chris Gent das Angebot einer Übernahme zu einem Preis von umgerechnet 103 Milliarden Euro, also etwa zehn Prozent über dem, was die gesamten Mannesmann-Aktien an der Börse erbracht hätten. Esser lehnte ab. So kam es zu einer heftigen Übernahmeschlacht, bei der sich schließlich der Angreifer durchsetzte - gegen Zahlung einer weitaus höheren Summe, als ursprünglich geboten. Gent musste 178 Milliarden Euro hinblättern, um den erwünschten Zutritt zum deutschen Markt zu bekommen. Die Mannesmann-Aktionäre rieben sich vor Freude die Hände.

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