Kolumne
Globaler Größenwahn

Die M & A-Aktivitäten, also Firmenfusionen und Übernahmen, boomen rekordverdächtig. Auf den Rohstoff- und Stahlmärkten formieren sich globale Giganten, in der Chemie- und Pharmaindustrie ist der grenzüberschreitende Konzentrationsprozess schon länger im Gang. Und Großbanken haben sich bereits zu globalen Netzwerken ausgedehnt.

Jetzt könnte auch die ohnedies schon weltweit verflochtene Automobilbranche in eine neue Dimension vorstoßen: Der amerikanische Gigant General Motors, Japans Nissan und die französische Renault denken über eine Dreierallianz nach. Auch wenn hier die Überlegungen noch in einem Anfangsstadium sind: Wir werden in den kommenden Monaten mit Sicherheit noch weitere spektakuläre Bündnisse erleben. Die Giganten wachsen immer weiter – ein Prozess, der nicht aufzuhalten ist.

Der Drang zur Größe hat aber nicht nur Gutes, das wissen vor allem jene Mitarbeiter, die Opfer von einschneidenden Sparmaßnahmen nach Firmenzusammenschlüssen geworden sind. Auch die Aktionäre, die zwar kurzfristig von Übernahmenangeboten profitieren können, haben später in vielen Fällen keinen besonderen Nutzen von Fusionen.

Ich frage mich nur, wohin wird das noch führen? Wer will die Super-Tanker unter den Konzernen von morgen noch lenken und kontrollieren? Schon heute sind die Manager doch überfordert, alle Aktivitäten ihrer Unternehmensgruppe im Griff zu behalten. Deshalb bin ich der Überzeugung, dass es auch wieder eine Gegenbewegung geben wird, nämlich eine Verkleinerung von Konzernen, die sich auf ihre Kernkompetenzen beschränken und deshalb von ganzen Unternehmensteilen trennen wollen.

Wie gut, dass der Fußball zwar immer moderner, aber nicht größer wird. Schönes Spiel – und feiern Sie gemeinsam mit unseren italienischen Freunden!

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