Kolumne
Positives Allianz-Signal, aber ....

Abspecken ist gesund – das weiß jeder. Deshalb können wir seit Jahren schon beobachten, dass es auch Großunternehmen spürbar besser geht, wenn sie sich „verschlanken“ und „effizientere Strukturen“ schaffen, wie es dann so schön heißt.

Maßnahmen zur Kostensenkung führen zu höheren Gewinnen. Und das erfreut naturgemäß die Börse, auch wenn dieses Ziel in aller Regel über einen massiven Perso-nalabbau erreicht wird. Der Kurssprung der Allianz-Aktie als Reaktion auf die angekündigten Sparmaßnahmen ist somit keine Überraschung – obwohl die Börse einen solchen Stellenabbau längst erwartet hatte. Um so mehr ist es ein gutes Zeichen für die Stimmung, für die psychologische Verfassung unseres Aktienmarkts, wenn er auf Nachrichten, die in die Zukunft reichen, positiv reagiert.

Ich möchte an dieser Stelle an Kostolanys wegweisende Formel „Tendenz = Geld + Psychologie“ erinnern. Liquidität allein, also billiges Geld, kann die Börse nicht bewegen, denn dazu gehört, dass auch die Psychologie des Anlegerpublikums stimmt. Wenn die Anleger jetzt zurückkaufen, dann ist dies grundsätzlich ein positives Signal, kann man also wieder einsteigen. Andererseits lässt sich z. Z. kaum abschätzen, wie nachhaltig die Stimmungsbesserung ist.

Und die Stimmung selbst wird vom Faktor Geld mitbestimmt: Sollten die Zinsen weiter steigen, sollte die Liquidität im Jahresverlauf also geringer werden, dann wird dies die Aktienkursentwicklung spürbar belasten. Mit anderen Worten: Wer jetzt bei Allianz & Co. einsteigt, sollte sehr beweglich sein. Denn es ist nicht auszuschließen, dass sich beide Faktoren – Geld und Psychologie – wieder verschlechtern.

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