Kolumne: Wall Street inside
Die Testphase nach dem Comeback

Das Atmen mit einem Betonklotz auf der Brust fällt nicht immer leicht. Um so erstaunlicher, dass der Dow Jones Index unter der schweren Last der Hightechs nicht wirklich gelitten hat.

wsc NEW YORK. Auf dem Parkett der New Yorker Aktienbörse ist man mit der Performance nach dem fast 500 Punkte-Anstieg vom Mittwoch mehr als zufrieden. Man kann förmlich spüren, dass der Aktienmarkt nach oben will. Wenn nicht an diesem Freitag, dann in der kommenden Woche. Wir befinden uns aktuell in der Testphase.

Wie auch in den ersten Handelstagen nach dem 11. September, folgen einem kräftigen Comeback einige Schaukeltage. Auch damals konnte der Nasdaq an seinen Vortagsgewinnen nicht gänzlich festhalten. Übrigens deutet auch die extreme Volatilität über den Tagesverlauf auf eine nachhaltige Bodenbildung. Den schwarzen Peter hat die Wall Street nur dann, wenn der Dow Jones und der Nasdaq unter die Tiefstpunkte vom Mittwoch brechen würde. Basierend auf den Wirtschaftsdaten und Unternehmensnachrichten, sollten an diesem Freitag jedoch die Bullen auf dem Parkett dominieren.

Das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan ist im Juli zwar gesunken, lag jedoch über den Erwartungen des Marktes. Interessant ist auch, dass sich die Stimmung zur zukünftigen Entwicklung im Monatsverlauf erholt hat. Es bleibt also offen, ob und in wie weit sich der schwache Aktienmarkt auf das Konsumverhalten auswirken wird. Eine wirkliche Niete im gestrigen Handel, entpuppt sich nun als Star des Tages. Tyco International plant laut eigenen Angaben weder den Gläubigerschutz anzumelden, noch habe man Berater zu diesem Thema angeheuert. Dafür präsentiert man den überraschten Investoren jedoch einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Edward Breen, der operative Vorstand von Motorola, wird zukünftig die dortigen Geschicke lecken.

An der Analystenfront scheint wieder ein Tag der guten Laune zu herrschen. So wird Microsoft nach der recht ereignislosen Analystentagung vom Donnerstag sowohl bei Goldman Sachs, als auch bei Prudential Securities zum Kauf empfohlen. In allen Geschäftsbereichen kann der Konzern die Marktanteile ausweiten. Abgesehen davon, sei die Aktie derzeit attraktiv bewertet. Attraktiver als angenommen, scheint auch Qualcomm zu sein. Nachdem die UBS Warburg den Wert im Vorfeld der Quartalsergebnisse abstufte, kann der Spezialist für Mobilfunk Technologie nun alle Erwartungen übertreffen. Bei Morgan Stanley rechnet man mit einer überdurchschnittlich guten Performance der Aktie. Die stark unter die Räder geratenen Chip Maschinenbauer, die unter negativen Kommentaren von Taiwan Semiconductor litten, bekommt Rückenwind von Goldman Sachs. Nur leider bleibt eine wirklich nachhaltig positive Reaktion auf die goldenen Worte der Analysten aus.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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