Kommandant geht vorzeitig in den Ruhestand
U-Boot-Besatzung muss nicht vors Kriegsgericht

Der Tod von neun japanischen Seeleuten bei der Kollision mit einem U-Boot vor Hawaii bleibt für die amerikanische Besatzung ohne strafrechtliche Folgen. Der Befehlshaber der US-Pazifikflotte, Admiral Thomas Fargo, beließ es am Montag bei einer offiziellen Rüge von U-Boot-Kommandant Scott Waddle, der am 1. Oktober vorzeitig in den Ruhestand geht. Auf die mögliche Einleitung eines Kriegsgerichtsverfahrens wurde verzichtet.

ap PEARL HARBOR. Die Disziplinarmaßnahmen - verhängt wegen nachlässiger Pflichterfüllung - wurden im Beisein Waddles, weiterer Offiziere der "Greeneville" und eines Militärstaatsanwalts an einem "Admiralsmast" in Pearl Harbor verkündet. Wenige Kilometer entfernt hatte die "Greeneville" das vor der Küste Hawaiis kreuzende Fischereischulschiff "Ehime Maru" am 9. Februar beim plötzlichen Auftauchen gerammt. Das Schiff ging sofort unter.

Zu der Bestrafung Waddles gehört eine Halbierung seines Soldes für zwei Monate - dies wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Auch wird der Kommandant ehrenhaft aus der Armee ausscheiden und seinen Pensionsanspruch nicht verlieren. "Ich bedaure, dass meine Laufbahn bei der Marine so endet", erklärte Waddle, "ich weiß aber, dass ich noch einer der Glücklichen bin, weil ich den Unfall überlebt habe." Waddle entschuldigte sich noch einmal bei den Hinterbliebenen der Opfer. Er werde dazu auch noch nach Japan fliegen.

Dort wurde der Ausgang des Verfahrens jedoch kritisiert. "Ich kann mir nicht helfen, aber ich halte diese Strafe für zu mild", sagte der Bürgermeister des Fischereihafens Uwajima, Hirohisa Ishibashi. Ein Regierungssprecher in Tokio erklärte, damit sei der Fall jetzt abgeschlossen. Die Regierung bestehe aber weiter auf einer umfassenden Entschädigung für die Opfer und der Bergung des gesunkenen Schiffs.

Mit der Erteilung einer Rüge folgt Admiral Fargo der Empfehlung eines Untersuchungsausschusses. Dieser hatte bei der Rekonstruktion der Kollision ermittelt, dass zum Zeitpunkt des Unglücks 16 Zivilisten an Bord des U-Boots waren. In einer Demonstration für diese tauchte das U-Boot ungewöhnlich schnell auf, ohne das Seegebiet zuvor ausreichend nach Schiffen abzusuchen.

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