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Kommentar: 250 Millionen für die falschen Spiele

ARD und ZDF werden live bis zu 25 Fußballspiele von der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea übertragen. Die Spiele, die zwischen 8:30 und 13:00 Uhr ausgestrahlt werden, sind den Sendern viel Geld wert. Bis zu 250 Millionen wollen sie zahlen. Das ist für Sender, die einerseits sparsam haushalten, andererseits aber auch die Wünsche des breiten Publikums erfüllen sollen, eine ganze Menge. Und es ist den Intendanten durchaus bewusst, dass sich für 250 Mill. Mark auch andere Programmware einkaufen lässt, die ein großes, wahrscheinlich sogar ein größeres Publikum findet. Die Sendeplätze sind so wenig attraktiv, dass die öffentlich-rechtlichen Sender sogar Werbung zwischenschalten dürfen. Zur Prime Time nach 20:00 Uhr, dann, wenn wirklich viele zuschauen, wäre das nicht möglich. Tatsächlich geht es auch gar nicht um 2002.

ARD und ZDF zahlen die Millionen für ein Prinzip Hoffnung, dass sie sich mit einer 100-Millionen-Mark-Hürde für Konkurrenten gesichert haben. Die WM in Japan und Südkorea ist ein Nebenschauplatz. Der Köder, den die Kirch-Gruppe ausgelegt hat, sind die Spiele vier Jahre später. Die finden in Deutschland statt und gelten als hoch attraktiv. Die öffentlich-rechtlichen Sender wissen genau, dass sie ohne diese Spiele Gefahr laufen, die Verankerung in der Gesellschaft zu verlieren. Aber der Preis, den sie zahlen, ist sehr, sehr hoch. Zunächst, und das ist die Ironie des Schicksals, werden die Fußballfans die Konsequenzen des Deals zu spüren bekommen. Um die teuren Vormittagsspiele in Fernost zu finanzieren, will die ARD auf weniger populäre Spiele verzichten.

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