Archiv
Kommentar: Aller guten Dinge sind drei

Aller guten Dinge sind drei. Nach den gescheiterten Fusionsversuchen mit der Deutschen Bank und der Commerzbank wagt die Dresdner Bank einen neuen Anlauf. Diesmal allerdings ist sie, stärker noch als die beiden vorherigen Male, die Getriebene. Allianz-Vorstand Paul Achleitner hat aus drei Gründen auf die Übernahme gedrängt: Erstens muss er endlich einen erfolgreichen Deal vorweisen, zweitens das "Problem" Dresdner Bank lösen und drittens den eigenen Vertrieb stärken. Ob die Allianz allerdings in der Lage ist, der Dresdner Bank ein schlagkräftiges strategisches Profil zu verleihen, muss der Versicherungskonzern erst noch beweisen. Mit dem bisherigen Konzept der europäischen Beraterbank war die Dresdner Bank auf jeden Fall auf Dauer nicht überlebensfähig.

Die anderen Institute stehen nun schlagartig vor einer neuen Situation. Gerade die Deutsche Bank, die eben noch mit der Allianz über eine Kooperation im Privatkundengeschäft verhandelt hatte, könnte auf einmal einen starken Konkurrenten in diesem Bereich bekommen. Dass alle Akteure diesen Eindruck vermeiden wollen, zeigt die Rolle der Deutschen Bank als Erfüllungsgehilfin bei den anstehenden Wertpapiertransaktionen.

Ein Wettbewerber im Investment-Banking wird die neue Dresdner für die Deutsche nicht. Auf Dauer will die Allianz Dresdner Kleinwort Wasserstein abtrennen, egal, ob über einen Börsengang oder Verkauf. Dieser Schritt dürfte bei den Deutsch-Bankern vermutlich Stirnrunzeln auslösen. Vor nicht einmal einem Jahr scheiterte die geplante Fusion zwischen den beiden Frankfurter Banken ausgerechnet am Investment-Banking der Dresdner. Das wiederum dürfte nun vor allem die Allianz bereuen. Die damalige Dresdner Kleinwort Benson hätte fünf Milliarden Euro gebracht. Angesichts der momentanen Marktsituation wäre die Versicherung schon mit der Hälfte gut bedient. Im Nachhinein zeigt sich: Der erste Versuch wäre der beste gewesen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%