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Kommentar: Alles Strategie

Wie gewitzt sind Deutschlands Anleger eigentlich? Da verliert Borussia Dortmund in einem DFB-Pokalspiel - und die Fußball-Aktie bricht ein. Ja erkennt denn keiner die strategische Dimension dieser Niederlage? Die Pleite bei den Amateuren des VfL Wolfsburg war eiskalt kalkuliert. Warum sonst hat Trainer Matthias Sammer, zuständig für das operative Kerngeschäft der Borussia, in dieser Partie auf fast alle Stammspieler verzichtet? Hätte man einen Betriebspsychologen gefragt, wäre man der Wahrheit schnell auf die Schliche gekommen: Bekommt der stets nörgelnde Stellvertreter am Arbeitsplatz eine neue Chance und nutzt sie nicht, wird er in Zukunft schweigen, statt am Stuhl der erfahrenen Stammkraft zu sägen. Dortmunder Ersatzspieler wie Fredi Bobic oder Jan Derek Sörensen - in Wolfsburg ohne Torerfolg - werden also künftig still sein, wenn die Kollegen erfolgreich Fußball spielen. Der Trainer sorgt für Ruhe im Verein - doch die Aktionäre erkennen den klugen Schachzug nicht. Sammer sagt von sich selbst, er habe keine Ahnung von der Börse. Mag sein. Fest steht jedenfalls: Die Börse hat keine Ahnung vom Fußball.

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