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Kommentar: Auf dem US-Kfz-Markt wird weiter Gewinn geopfert

Während die Hoffungen der Automobilindustrie auf dem asiatischen Markt ruhen, trägt der US-Markt in diesem Jahr und aller Voraussicht nach auch 2002 nicht zu üppigen Margen bei den Herstellern bei. Mittlerweile lassen sich auch über die üppigen Incentives nicht mehr die erwünschten Absatzsteigerungen erzielen, die bislang die Verkaufslage auf einem unnatürlich hohen Niveau hielten.

Jedes derzeit mit empfindlichen Gewinneinbußen von mehreren tausend Dollar verkaufte Fahrzeug wird im kommenden Jahr in der Bilanz fehlen. An den unterschiedlichen Produktionseinschätzungen bei GM und Ford für das erste Quartal wird deutlich, wie unterschiedlich die kurzfristige Markteinschätzung ist.

Für die US-Hersteller wird die Lage prekär. Die Verbraucher werden zunehmend kritischer gegenüber den Produkten "Made in USA". Toyota verkauft mittlerweile mehr Lexus-Modelle als Ford seine "Lincolns" in der Premium-Klasse. Und auch im Light-Truck-Segment werden die Importmarken zunehmend erfolgreicher. DaimlerChrysler wird sich vor diesem Hintergrund trotz Erfolgen des C-Modells bei Mercedes-Benz auch weiter mit der ungenügenden Verkaufslage bei Chrysler auseinandersetzen müssen, die die Restrukturierungsbemühungen bei der US-Tochter nicht erleichtern.

Gewinner BMW

Zu den Gewinnern zählt eindeutig BMW. Ein sattes Plus auf Jahressicht von 15 Prozent ist unbestreitbar ein hervorragendes Ergebnis. Allerdings haben sich die Wachstumsraten in den letzten Monaten deutlich abgeschwächt und fußen vor allem auf dem Erfolg des Modells X5. Positiv könnte sich auwirken, dass die Erfolge trotz des derzeit fehlenden 7er-Modells erzielt werden. Wenn im Frühjahr 2002 auch das neue Modell dort wieder angeboten wird, dürfte dieser sich als Erfolgsgarant erweisen - sofern die entsprechende Käuferklientel sich dann nicht mit weiteren Entlassungen konfrontiert sieht.

Eine echte Überraschung ist die Entwicklung im VW-Konzern. Während die Marke VW sich trotz äußerst verhaltenem Start mittlerweile nahezu an das Vorjahresergebnis herangekämpft hat, musste die Ertragsperle Audi ein Absatzminus hinnehmen. Vermutlich ist der Marktstart des neuen A4 mißglückt.

Ein Schlaglicht auf die weitere Entwicklung wirft die GM-Aussage, dass erst Ende kommenden Jahres mit einem konjunkturellen Aufschwung zu rechnen ist. Von daher steht die Detroit Motor Show im kommenden Monat als traditionell erste bedeutende Automobil-Messe des Jahres besonders im Rampenlicht. Klar ist aber bereits jetzt: Das "Hauen und Stechen" zu Lasten der Margen dürfte vorerst weitergehen.

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