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Kommentar: Ausgeträumt

So schnell können Träume platzen. Noch Ende 2001 war der Mobilfunkneuling Quam mit dem vom US-Bürgerrechtler Martin Luther King abgekupferten Spruch "I have a dream" angetreten, um sich in Deutschland bekannt zu machen. Gestern teilte die spanische Mutter Telefónica Móviles mit, das Geschäft in Deutschland werde eingestellt - vorübergehend. Das ist zumindest die offizielle Version. Doch im Prinzip bedeutet das für Quam einen Tod auf Raten.

Damit beginnt wohl endlich die lang ersehnte Konsolidierung unter den sechs UMTS-Lizenznehmern in Deutschland. In der Branche war schon lange klar, dass auf Dauer nur drei oder vier UMTS-Anbieter in dem hart umkämpften deutschen Markt werden überleben können. Und Quam galt von Anfang an als der schwächste unter den Lizenznehmern, denn die Telefónica-Tochter fing praktisch bei null an: ohne Kunden, ohne eine eingeführte Marke, ohne einen Vertrieb.

Schon der Marktstart des Unternehmens stand unter keinem guten Stern. Technische Probleme, schlechte Vorbereitung, Verkaufsstopp - Quam hat am Anfang so ziemlich alles falsch gemacht, was es falsch machen konnte. Spätestens als Quam-Chef Ernst Folgmann vor etwa zwei Wochen seinen Hut nahm und ihm ein Spanier nachfolgte, war klar: Die Tage von Quam sind gezählt.

Und auch der nächste potenzielle Aussteigerkandidat aus dem deutschen UMTS-Markt wackelt schon länger: Mobilcom. Noch immer weiß Großaktionär France Télécom nicht genau, ob und wie er die Übernahme von Mobilcom bewerkstelligen soll. So bitter die Sache für Quam und Mobilcom auch ist, für die etablierten Mobilfunker in Deutschland T-Mobile, Vodafone D2, E-Plus und O2 sind das gute Nachrichten. Weniger Wettbewerb steigert ihre Chancen, sich in der UMTS-Ära zu behaupten.

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