Kommentar
Außenpolitik ohne Tabus

Seit dem 11. September ist nichts mehr, wie es einmal war. Diese These wurde nach den Terroranschlägen zum geflügelten Wort - mit Recht. Wie sehr das selbst für die deutsche Innenpolitik gilt, zeigt die breite Zustimmung in Berlin zum neuen Nato-Einsatz in Mazedonien, der immerhin unter deutscher Führung stehen soll.

Rückblende: Noch vor wenigen Monaten gehörte es zu den Grundfesten der deutschen Politik, dass ein Militärengagement auf dem Balkan schon aus Rücksicht auf die Geschichte nicht in Frage kommt. Als die Bundesregierung im Sommer dann doch beschloss, sich an der Entwaffungsbeobachtung der Nato in Mazedonien zu beteiligen, bekam sie dafür im Bundestag noch nicht einmal eine eigene Mehrheit zusammen. All das zählt nicht mehr. Um die Briten als engste Alliierte der USA bei einem Anti-Terror-Einsatz zu entlasten, übernimmt die Bundeswehr jetzt sogar die Führung beim Mazedonien-Einsatz, und selbst bei den Grünen regt sich kaum Widerstand.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik
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