Archiv
Kommentar: Bis zum Hals im Wasser

Der von Wirtschaftsminister Werner Müller immer wieder geforderte Schuldenerlass für die Flut-Opfer am Elbufer ist ein echter Politgag.

hjk. Der Beifall breiter Bevölkerungsschichten ist der Bundesregierung sicher, womöglich springen am 22. September ein paar Stimmen mehr heraus. Die Idee hat nur einen Haken: Sie weckt falsche Hoffnungen. Die krisengeschüttelte Kreditwirtschaft kann sich solch ein Milliardengeschenk gar nicht leisten. Also wird es den Schuldenerlass nicht geben - bis auf die Zwangs-Fälle zahlungsunfähiger Unternehmen, in denen die Banken die Kredite abschreiben müssen.

Ex-Manager Müller hätte wissen müssen, dass er ein völlig falsches Signal setzt. Die Aussicht auf Schuldenerlass dürfte manchen Betroffenen zur Vervielfältigung seiner Schadensumme verleiten. Und sie gaukelt vor, dass die Probleme so gut wie gelöst sind. Die ungeschönte Wirklichkeit sieht anders aus: Jedes Flutopfer wird am Ende froh sein müssen, einen Banker zu treffen, der zu konstruktiven Übergangshilfen bereit ist. Viel mehr als guten Willen darf niemand ernsthaft erwarten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%