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Kommentar: Computer immer und überall

DÜSSELDORF. Mikrocomputer in alltägliche Gegenstände einzubauen, mag auf den ersten Blick als Spielerei oder Science Fiction anmuten: Der im Boden der Mediacup integrierte Mikroprozessor kommuniziert mit der intelligenten Kaffeemaschine. Ist die Tasse geleert, odert sie Nachschub, ob der Nutzer will oder nicht. Eine permanente Kaffee-Überproduktion sowie ein anschließender Systemausfall der Geräte wegen "Überschwemmung" wären die Folge. Das Mediacup-Projekt der Universität Karlsruhe sollte deshalb auch eher als Konzeptstudie nach dem dem Trial- und Error-Prinzip verstanden werden - frei nach dem Motto, was ist machbar und was macht überhaupt Sinn?

Intelligente Funktionskleidung hingegen, die über den körperlichen Zustand des Trägers wacht und ihn bei sportlicher Aktivität warnt, wenn beispielsweise sein Herz zu hoch schlägt, würde ihn in die Lage versetzten, rechtzeitig Hilfe zu holen.

Was wirklich sinnvoll und aus technischer Sicht realisierbar ist, ist jetzt noch nicht abzusehen. In technologischer Hinsicht scheint sich aber geradezu ein Paradigmenwechsel zu vollziehen: Das Ubiquitous Computing ist die dritte Generation nach den Großrechnern und dem PC. Das Motto lautet daher: Weg vom (stationären) PC als Werkzeug hin zum "Computing without Computers". Der Mensch macht sich fortan nicht nur Internet und mobile Anwendungen zu Nutze. Vielmehr helfen ihm "denkende" Alltagsgegenstände bei der Informationsverarbeitung.

Sicherlich birgt das Konzept der Allgegenwärtigkeit von Kleinstcomputern die Gefahr, dass der Mensch bevormundet wird. Aber neben philosophischen Betrachtungen werden wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auch nicht außen vorbleiben. Das Ubiquitous Computing könnte schließlich so selbstverständlich werden wie zum Beispiel das Telefon oder Elektrizität und sich damit durchaus als Wirtschaftsmotor entpuppen.

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