Kommentar: Daimler braucht langen Atem

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Kommentar: Daimler braucht langen Atem

Daimler-Chrysler hat seine Aktionäre über die Ertragsperspektiven für dieses Jahr sehr lange im Ungewissen gelassen. Nun ist die quälende Ungewissheit zumindest teilweise beseitigt. Denn genau weiß der Anleger immer noch nicht, wie gut der Konzern in diesem Jahr abschneiden wird. Der jetzt versprochene Mindestgewinn liegt deutlich unter früheren Prognosen. Er lässt einen großen Spielraum nach oben - was zeigt, wie groß in dem Automobilkonzern die Unsicherheit über die Konjunktur ist.

In Stuttgart wird derzeit sehr vorsichtig geplant und investiert. Automobilzulieferer klagen über rückläufige Bestellungen selbst aus der bisher sehr erfolgreichen Pkw-Sparte Mercedes Benz. - Der Konzern sorgt für einen möglichen weiteren Konjunkturrückgang vor.

Die Vorsicht ist angebracht. So herrscht große Unsicherheit über die weitere Entwicklung des US-Marktes. Dort ist kein Ende der Rabattschlachten der drei großen amerikanischen Autohersteller in Sicht. Die Verteidigung des Chrysler-Marktanteils kostet Daimler Gewinne. Zwei bis drei weitere Monate will sich der Konzern Zeit nehmen, um zu sehen, in welche Richtung die Automobilkonjunktur geht. Dann erst wird es exaktere Gewinnprognosen geben.

Eines ist mit der reduzierten Gewinnprognose für 2002 klar geworden. Um zur alten Ertragsstärke zurückzukehren, benötigt Daimler-Chrysler einen längeren Atem als noch vor einem Jahr angenommen. Die Gewinnprognosen, die der Konzern im Februar 2001 in dem Meilensteinprogramm formulierte, sind allein auf Grund der Veränderungen im US-Markt nicht mehr zu halten. Der Vorstand ist den Aktionären ein Stück weit entgegengekommen. Sie gehen trotz des hohen Verlustes nicht leer aus. Ungewöhnlich ist die Ausschüttung in dieser Situation schon. Vielleicht soll dieses Trostpflaster die Anleger über die unsicheren Perspektiven hinwegtrösten.

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