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Kommentar: Der Ladenhüter wird zur Killer Application

Still ist es geworden um die Geldkarte. Doch das weit verbreitete und wenig genutzte Zahlungsmittel könnte eine große Zukunft haben - im Internet. Bislang war die Geldkarte eine Geldvernichtungsmaschine. Kaum einer brauchte sie, niemand vermisste sie. Die Privatbanken haben die Geldkarte nie gemocht; Sparkassen und Raiffeisenbanken waren nur am Anfang begeistert mit von der Partie.

Aber selbst die halbherzige Unterstützung der Branche und die geringe Begeisterung der Verbraucher war für eine große Verbreitung ausreichend. Deutschland verfügt schon jetzt über das größte Chipkartensystem der Welt. Kein anderes Land bietet vergleichbar günstige Ausgangsbedingungen, um die Geldkarte zum kostengünstigen und universellen Zahlungsmittel im Internet zu machen.

Der Bedarf ist vorhanden, denn die derzeitigen Angebote lassen zu wünschen übrig: Kreditkartenzahlungen sind teuer und bergen hohe Ausfallrisiken; Bezahlsysteme via Mobiltelefon verursachen kostenpflichtige Verbindungen; eCash, bei dem virtuelle Münzen auf den PC geladen werden, ist ein isoliertes System.

Großes Interesse an einem Zahlungsmittel mit niedrigen Gebühren, anonymer Abwicklung und Zahlungsgarantie kommt zunächst von denjenigen Anbietern, die für Leistung im Internet schon jetzt Geld verlangen. Das sind offenbar zunächst Erotikanbieter, die sich derzeit mit 0190-Nummern, Provisionen und Kosten für Bonitätsprüfungen herumplagen.

Natürliches Interesse an der Geldkarte werden aber weitaus mehr Branchen entwickeln. Bei einer Mindestgebühr von lediglich zwei Pfennigen pro Transaktion und einem Anteil von 0,3 Prozent am Umsatz bietet die Geldkarte eine Basis für ganz neue Geschäftsmodelle. Mediengigant Bertelsmann jedenfalls hat bereits heftiges Interesse geäußert. Kein Wunder: Datenbankabfragen oder Musik-Downloads, Verkehrsinformationen oder Online-Softwarevertrieb ließen sich künftig ganz anders realisieren.

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