Kommentar: Der Unionskandidat in "Was nun?": Stoiber muss sich erst noch warm laufen

Kommentar: Der Unionskandidat in "Was nun?"
Stoiber muss sich erst noch warm laufen

Die Bundestagswahl wird nicht durch Fernsehauftritte der Spitzenkandidaten entschieden, glaubt Unionskandidat Edmund Stoiber. Für Stoiber wäre es gut, wenn er Recht hätte, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

DÜSSELDORF. Nicht die Form, eh, zähle, so Stoiber, sondern, eh, die Inhalte. Er wolle, eh, hart arbeiten für Deutschland, eh, sowie er zurzeit, eh, hart arbeite für Bayern, sagt er am Mittwoch Abend in der ZDF-Sendung "Was nun?".

Stoiber kommt recht holprig daher, was sich erst ändert, als Klaus Bresser und Thomas Bellut energisch nachhaken. Sie legen offen, auf welche Frage Stoiber nur eine unbefriedigende Antwort hat. Der Unionskandidat verspricht mehr Geld für Familien, mehr Geld für die neuen Länder, will die Steuerlast senken, die letzte Stufe der Ökosteuer aussetzen, was schon alles geschrieben wurde. Nicht bekannt war bislang, wie Stoiber sein Wahlkampfpaket finanzieren will. Und so bleibt es auch nach dem Auftritt des Kandidaten im Fernsehen.

Neue Schulden, niedrigere Rentenbeiträge als Ausgleich für das Wegfallen der letzten Ökosteuerstufe? Stoiber erklärt lieber weiter seine Ziele, die alle längst verstanden haben, nutzt die Sendezeit, ohne die Frage zu beantworten, so wie seinerzeit Kanzler Kohl, für den Journalisten keine gleichwertigen Gesprächspartner darstellen, nur dass Stoiber das Format fehlt, das der Einheitskanzler über Jahre aufgebaut hatte, Stoiber schwafelt und schwafelt also weiter, hofft, dass die Frage im Redeschwall in Vergessenheit gerät, tut sie aber nicht, so muss er dennoch was sagen, was sich dann in etwa so anhört: Die Gegenfinanzierung geschieht vor allem über mehr Wachstum und eine Entflechtung des Arbeitsmarktes.

Bresser und Bellut sind keine Stichwortgeber des Bayerischen Rundfunks, und so gewinnt Stoibers Auftritt in dem Maße, in dem er zumindest leicht unter Druck gerät. Er vergisst zunehmend seine "ehs". Ob das reicht für ein Fernsehduell mit Schröder? Der bayerische Ministerpräsident braucht noch Zeit zum Üben. Zum jetzigen Zeitpunkt dürfte Schröder trotz seiner immer schlechter werdenden Regierungsbilanz als Sieger aus einem Fernsehduell gehen. Also 1:0 für Schröder.

Wie hat sich Stoiber geschlagen? Stimmen Sie ab in unserer Umfrage.

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