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Kommentar: Die Branche hat ein Problem mit der Öffentlichkeit

DÜSSELDORF. Just in dem Augenblick, in dem die AWD aus Anlass des Börsengangs ihren großen Auftritt vor der Presse hat, schickt die DVAG ihre Klage los. Ein Schelm, der Böses dabei denkt..... Zufall war es sicherlich nicht. Der DVAG liegt ein so publikumswirksamer Auftritt des Intimfeindes Marschmeyer schwer im Magen. So kündigte sie mehrfach an, zuletzt auf ihrer Incentive-Großveranstaltung in der Köln Arena, nicht an die Börse gehen zu wollen. Das interessierte aber niemanden. Der nach eigenen Angaben "Europas größter Finanzvertrieb" in der Hand von Millionär Reinfried Pohl hat - wie seine Wettbewerber auch- ein Problem mit der Öffentlichkeit: Das Unternehmen ist enttäuscht, dass man nicht mehr über die "großartigen wirtschaftlichen Erfolge des Unternehmens" und die "Leistungen für das soziale Sicherungssystem im Dienste der Allgemeinheit" berichtet.

Die Verbraucherberater aber sehen das anders: Zu oft müssen sie Verbrauchern helfen, die durch eine falsche Beratung wirtschaftlichen Schaden erlitten haben. Die Branche jammert zu Verteidigung, dies seien alles Einzelfälle. Fakt ist: Die Strukturvertriebe schaffen es nicht das Image der Schmuddelkinder loszuwerden. Grund sind auch solche Aktionen wie die der DVAG. Die Branche wird oft geleitet von persönlichen Animositäten. Ein Grund liegt darin, dass man sich halt so gut kennt. Carsten Marschmeyer hat seine ersten Erfolge bei der OVB gehabt und die Firma bekannt gemacht, bevor er sich mit der OVB-Führung verkrachte. Wolfgang Dahm war ein Mitarbeiter bei der DVAG, bevor er in seinem Buch "Beraten und verkauft" den ehemaligen Arbeitgeber lächerlich machte und die Firma mit einer Sekte verglich. Untereinander versuchen sich die Vermögensberater der verschiedenen Vertriebe mit "Ich habe das teuerste Auto, das größte Haus ..." zu übertrumpfen. Die Öffentlichkeit, sowohl Verbraucher als auch Anleger, erwarten von einer Finanzberatung aber seriöses Auftreten: Lieber ein bisschen mehr trockene, dafür aber seriöse Banker und weniger Porsche.

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